Über 4 Wochen Chaos-Quarantäne statt OP für 29-Jährigen

Der 29-Jährige ist in Dauerquarantäne.
Der 29-Jährige ist in Dauerquarantäne.privat
Seit Oktober 2020 wartet ein 29-Jähriger auf einen Mageneingriff, erlebte eine unglaubliche Test-Odyssee. Folge: keine OP, dafür Dauerquarantäne.

Ein 29-jähriger Angestellter versteht die Welt nicht mehr: Seit Anfang März ist er isoliert, seit 16. März in behördlicher Quarantäne. Ein Eingriff für seinen mittlerweile schmerzenden Magen ist weit und breit nicht in Sicht. 

Isolation seit 8. März

Im Oktober 2020 hatte der Steirer Bauchschmerzen, ging zum Arzt. Dort wurde eine Histaminintoleranz diagnostiziert und eine Magenspiegelung angeordnet. Der nächste freie Termin: 16. März 2021. Da sich der 29-Jährige am 8. März nicht wohl fühlte, machte er einen Schnelltest. Dieser war negativ, dennoch erlegte sich der im Home-Office arbeitende Mann eine Woche Selbstisolation auf, um den OP-Termin (Termin für den Eingriff, Termin für die Magenspiegelung, wie man es nennen will, Anm.) ja nicht zu gefährden. Vor dem 16. März musste er dennoch in die Teststraße: positiv. Konsequenz: Kein Eingriff.

Nach über einer Woche, am 24. März, bekam Andreas A. (Name geändert) die Möglichkeit des "Freitestens". "Ich fühlte mich, bis auf den Magen, pumperlgesund, war 17 Tage in Quarantäne, also machte ich dies. Der größte Fehler meines Lebens." Am 26. März das Ergebnis: positiv. Am nächsten Tag erreichte er endlich eine Virologin, die ihm erklärte, er müsse einen CT-Wert (Anm.: beschreibt Virenlast, über 30 "gilt man als negativ") über 30 haben. Am 28. März kam das Rote Kreuz zum Steirer, machte einen weiteren PCR-Test.

Negativ am Ostersonntag

"Das war seltsam, dass die Sanis zu mir kamen, aber ich fragte nicht nach. Am 29. März das Ergebnis: positiv", so der 29-Jährige. Über einen Tipp eines Bekannten erfuhr der Steirer, dass man über "novogenia.com" seine Testbefunde einfordern kann. Am Osterwochenende, am Karfreitag (2.4.) wurde er erneut positiv getestet. Der Steirer forderte erneut seinen Befund via "novogenia.com" an und bekam irrtümlich den Befund vom 24.3. Nach Kritik und Intervention kam am Ostersonntag (4.4.) endlich der richtige Befund: negativ. "Nach vier Wochen Quarantäne ein überwältigendes Gefühl, vor allem für einen Singlehaushalt", so A.

29-Jähriger flog aus OP

Am 7. April stand somit der langersehnten Magenspiegelung nichts mehr im Weg. Bereits am OP-Tisch liegend wurde der 29-Jährige nach seinem Coronatest vom Spitalseingang gefragt: "Keiner machte den Test beim Eingang. Also wurde noch im „OP-Raum“ ein Coronaschnelltest durchgeführt! Nach 15 Minuten das bittere Ergebnis, der Test hat nicht zu 100% angeschlagen, war somit ungültig", so der Steirer. Der 29-Jährige wurde sofort aus dem OP geworfen, in einen anderen Raum abgesondert. Die Krankenschwester kam zum Patienten: "Herr A. das kennen sie ja schon. Sie müssen das Spital nun sofort verlassen."

"Alptraum geht weiter"

Am 8. April der nächste PCR-Test, am 10. April das Ergebnis: positiv. "In den letzten 35 Tagen war ich 31 Tage in Quarantäne, war davon zwei Tage verschnupft. Ich bin absolut gesund, abgesehen von den quälenden Magenschmerzen am Abend und in der Früh. Nur: Ein Eingriff ist in weite Ferne gerückt und der Quarantäne-Alptraum geht weiter", sagt Andreas A. 

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account lie Time| Akt:
CoronatestCoronavirusSpital

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen