Wie jetzt bekannt wurde, infizierte im Jahr 2008 ein USB-Stick die geheimen Netzwerke des Pentagons. Es handelte sich um einen einfachen Virus, der prinzipiell durch normale Sicherheitsvorkehrungen zu stoppen ist.
Die USA gelten als unumstrittene Militärmacht Nummer Eins. Durch den Einsatz moderner Technologien scheinen sie ihren Gegnern oft meilenweit voraus zu sein. Doch auch die Amerikaner sind vor Attacken ausländischer Geheimdienste nicht gefeit. Einen solchen Fall aus dem Jahr 2008 gestand nun der stellvertretender US-Verteidigungsminister William J. Lynn im US-Magazin Foreign Affairs ein.
Ein USB-Stick infizierte damals einen Militärlaptop im Nahen Osten mit dem Wurm SillyFDC. Dieser verbreitete sich rasend schnell in den geheimen Netzwerken des Pentagons. In Form eines Brückenkopfs konnten so geheime Informationen an ausländische Server weitergeleitet werden. Ähnliche Vorfälle infiltrierten auch die militärischen Netzwerke von Großbritannien, Frankreich und Deutschland.
Glück im Unglück: Wurmbefall war harmlos
Bemerkenswert ist, dass es sich in den USA um einen einfach gestrickten Wurm handelte. Demnach dürften nicht viele Informationen preisgegeben werden. Für die USA, die bekanntlich der härteste Kritiker der Geheimdokumenten-Datenbank Wikileaks sind, ist es dennoch kein Ruhmesblatt. Der Virenbefall stellt den bisher schlimmsten Einbruch in gesicherte Pentagon-Systeme dar.
Für das Verteidigungsministerium war der Fall Anlass zu einer Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen. Zunächst wurde der Einsatz privater USB-Sticks untersagt, heuer wieder zugelassen. Dank der nun strengeren Richtlinie können von USB-Sticks importierte Schadcodes nicht mehr automatisch ausgelesen werden.