"Virus-Verbündete" – Kaiser kritisiert FPÖ nach Cluster

Peter Kaiser meldete sich in einer Videobotschaft zu Wort.
Peter Kaiser meldete sich in einer Videobotschaft zu Wort.Screenshot facebook.com/peter.kaiser.kaernten
Kärntens SPÖ-Chef Peter Kaiser attackiert in einer Videobotschaft Herbert Kickl (FPÖ) und verurteilt das Propagieren von falschen Behandlungsmethoden. 

Bereits am Montag hatte Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) berichtet, dass sich nach Herbert Kickls "Freiheitstour" einige Teilnehmer mit Corona infiziert hätten und sogar auf der Intensivstation liegen. Diese fand Anfang November in einigen Bezirken statt. Dabei saß man dicht gedrängt und maskenlos in Wirtshäusern, etwa in Wolfsberg und St. Veit an der Glan. Volksmusik-Star Ludwig Ladstätter starb nach dem Kickl-Besuch an Corona auf der Intensivstation.

FPÖ weist Vorwürfe zurück

Es gebe einen zeitlichen Zusammenhang zwischen Kickls Besuch in Wolfsberg, wo eine Großveranstaltung stattfand, und den danach hier steigenden Infektionszahlen, kritisierte die Kärntner SPÖ.

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Die FPÖ wies die Anschuldigungen zurück. Bei dieser "Freiheitstour" seien alle gültigen Corona-Regeln eingehalten und die Besucher seien kontrolliert worden, erklärte FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung.

"Politische Scharlatane"

Nun hat sich auch Kärntens SPÖ-Chef Peter Kaiser in einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. Er verurteilt das Propagieren von Behandlungsmethoden "entgegen jeder Vernunft" und fordert im Kampf gegen das Coronavirus Solidarität ein. Ohne die Freiheitlichen zu nennen, kritisierte er die Verharmlosung von Covid-19. "Da werde behauptet, man könne diesen Feind besiegen, indem man sich selbst mit gefährlichen Tierpräparaten oder alternativ mit Wattebäuschchen in Form von Aspro aufmunitioniert", so Kaiser.

Das einzige wirksame Mittel sei nach wie vor die Impfung, betonte der SPÖ-Politiker: "Bitte lassen Sie sich nicht von selbst ernannten Wunderheilern missbrauchen, die ja nicht Ihr, unser oder das Wohl unserer Kinder im Auge haben, sondern aus purem politischem Eigennutz und mit Blick auf Umfragewerte zu Demonstrationen gegen Schutzmaßnahmen aufrufen." Diese "politischen Scharlatane" würden sich zu Verbündeten des gemeinsamen Feindes machen, zu "Verbündeten und Komplizen des Coronavirus". Kaiser rief dazu auf, dem Virus "und seinen Komplizen den Kampf" anzusagen.

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Kaiser forderte auch Solidarität ein, vor allem mit den Kindern. Dabei sprach er sich gegen Schulschließungen aus. Die Impfquote müsse erhöht werden. Wenn das nicht gelingt, drohen noch weitere Lockdowns und Einschränkungen.

Kärnten mit höchster Sieben-Tage-Inzidenz

Kärnten ist derzeit das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Am Mittwoch lag der Wert bei 1431. 57 Corona-Patienten müssen derzeit auf Kärntner Intensivstationen behandelt werden, 285 auf der Normalstationen.

Der Wolfsberger Bezirkshauptmann Georg Fejan erklärte im "Ö1-Mittagsjournal", dass die FPÖ-Veranstaltung als Versammlung angemeldet und auch polizeilich überwacht wurde. Rechtlich gesehen sei die Versammlung rechtzeitig angemeldet und die Vorgaben eingehalten worden. Ob es einen Corona-Cluster gegeben habe, könne man nur sehr schwer sagen. Es gebe durch das Contact Tracing keinen Rückschluss auf diese Versammlung, so Fejan. Man könne es aber auch nicht ausschließen.

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