Vogelgrippe-Ausbruch jetzt auch in Ungarn

Tausende Tiere wurden getötet.(Archivfoto aus April 2020)
Tausende Tiere wurden getötet.(Archivfoto aus April 2020)zvg
In Ungarn und im Südwesten Frankreichs kam es zu einem Ausbruch der Vogelgrippe. Hunderttausende Enten und Truthähne wurden gekeult.

Wie am Freitag bekannt wurde, gab es in Frankreich und in Ungarn einen Ausbruch der Vogelgrippe. Hunderttausende Enten und Truthähne wurden gekeult.

Insgesamt seien in Frankreich seit dem 20. Dezember 400.000 Tiere gekeult worden, erklärte Frankreichs Landwirtschaftsminister Julien Denormandie im lokalen Radiosender France Bleu Gascogne. Hunderttausende weitere würden folgen. Es sei notwendig, schnell zu handeln. Der Virus sei hochgradig ansteckend.

In Ungarn wurden bisher 90.000 Truthähne im Landkreis Komárom-Esztergom getötet. Wie ungarische Medien berichten, sei die Grippe auch am Tata-See aufgetreten und wurde in einer Reiher-Leiche nachgewiesen.

Auf einer Putenfarm in der Nähe der Siedlung Ács stellten die Mitarbeiter vergangene Woche fest, dass die Tiere viel weniger Futter und Wasser zu sich nahmen und die Sterblichkeitsrate anstieg. Labortests bestätigten die Vogelgrippe.

Der nationale Chef-Tierarzt Lajos Bognár ordnete Ende November 2020 die obligatorische Einschließung von Geflügel im ganzen Land an, um die Krankheit einzudämmen.

Für den Menschen ungefährlich

In Frankreich wurden laut dem Ministerium in 119 Betrieben Infektionen nachgewiesen. Das Departement ist bekannt für die Zucht von Wasservögeln für die Herstellung der in Frankreich beliebten Stopfleber (Foie Gras). Auch in einigen anderen Départements ist es zu Ausbrüchen gekommen.

Ab der kommenden Woche sollen Halter der betroffenen Betriebe Entschädigungszahlungen erhalten, sagte Denormandie. Das in Frankreich nachgewiesene Vogelgrippevirus H5N8 gilt als ungefährlich für den Menschen.

Der H5N8-Virusstamm verursachte Anfang 2014 erstmals eine Epidemie bei Geflügelherden in Asien und dann im November 2014 in Europa.

In Österreich noch kein Fall bekannt

In Österreich ist bislang noch kein Fall bekannt. "Die Geflügelpest stellt für den Menschen keine Gefahr dar und wird auch nicht über Lebensmittel übertragen", erklärt das Gesundheitsministerium.

Dennoch wird das Risiko eines Ausbruchs in Österreich als hoch bewertet. Für Risikogebiete wurde ein entsprechender Maßnahmenkatalog erarbeitet. In einigen Gebieten ist es notwendig, das Geflügel von Wildvögeln fern zu halten, um eine Ausbreitung zu verhindern.

"Tot aufgefundene Wild- und Wasservögel sind der Amtstierärztin bzw. dem Amtstierarzt zu melden", richtet das Gesundheitsministerium einen Appell an die Bevölkerung.

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