Österreich

Volksanwältin über gefolterten Häftling: "Bin erschü...

Heute Redaktion
14.09.2021, 12:59

Nur wenige Stunden nach der "Heute"-Enthüllung über einen furchtbaren Übergriff in der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) hat die Mutter des verletzten Häftlings nun die Volksanwaltschaft in der Causa eingeschaltet. Diese zeigt sich in einer ersten Reaktion über den Vorfall "erschüttert".

Nur wenige Stunden nach der "Heute"-Enthüllung über einen hat die Mutter des verletzten Häftlings nun die Volksanwaltschaft in der Causa eingeschaltet. Diese zeigt sich in einer ersten Reaktion über den Vorfall "erschüttert".

Ein erst 24 Jahre junger Häftling mit tiefen Fleischwunden sorgt für Entsetzen. Wie berichtet, wurde Dominik P. von zwei Mithäftlingen in der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) mit Rasierklingen übel zugerichtet. Dem wegen Einbruchsdelikten verurteilten Mann wurde von einem rechtskräftig verurteilten Räuber mit unglaublicher Brutalität das Wort "Hure" in den Rücken geschnitten.

Auch Tage nach der Attacke hat das Opfer aufgrund klaffender Fleischwunden entsetzliche Schmerzen. Seine Mutter Manuela H.: "Dominik kann im Sommer nie wieder ohne T-Shirt gehen, weil er von Narben übersät bleiben wird."

Prüfverfahren eingeleitet

Nach dem "Heute"-Bericht über die betrübliche Angelegenheit hat Volksanwältin Gertrude Brinek, die für Beschwerden im Justizbereich zuständig ist, unverzüglich ein Prüfverfahren eingeleitet. Zu den Vorfällen hinter Gittern sagt Brinek: "Ich bin erschüttert."

Die Volksanwaltschaft fordert nicht nur Betreuung für Opfer und Angehörige, sondern auch Konsequenzen im Justizbereich. "Die Sorgfalts- und Aufsichtspflichten in der Justizanstalt Hirtenberg werden zu hinterfragen sein. Es ist zu klären, unter welchen Umständen so ein Vorfall möglich war."

Zustände hinter Gittern "hinterfragen"

Der Leiter der Justizanstalt, Alfred Steinacher, sagte gegenüber "Heute": "Aus Angst und Scham hat sich der Häftling uns leider erst nach einigen Tagen anvertraut. Da konnten Ärzte die Wunden nicht mehr nähen, sondern nur noch verbinden."

Auch dieser Umstand lässt die Volksanwältin schlucken: "Das ist besonders bedauerlich und lässt das Verhältnis zwischen Insassen und Beamten in der Justizanstalt hinterfragen."

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