Wirtschaft

Volksbank wirft 1100 Leute hinaus

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:16

Knapp 2000 Leute sind bei der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) beschäftigt. Bis 2017 müssen 1100 davon gehen. Stephan Koren, seit September Chef der noch im April maroden ÖVAG, ließ seinen Mitarbeitern am Donnerstag Nachmittag die schlechte Nachricht zukommen.

Die Bank musste im April mit Kapitalschnitt und Staatseinstieg vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Um einen abermaligen Milliardenverlust zu verhindern, musste jetzt gespart werden, was das Zeug hält. 2009

hatte die Bank 1 Milliarde bekommen. 700 Millionen sind schon futsch. Auch die bisherigen Aktionäre mussten den Großteil ihres Kapitals abschreiben. Zugleich stemmte der Bund die Hälfte einer neuen Kapitalerhöhung und ist seither mit 43 Prozent direkt am Aktienkapital beteiligt.

Nicht noch mehr Geld ausborgen - hoffentlich

Nach heutigem Stand will Koren mit dem bisherigen Staatsgeld auskommen. Sollte sich die Lage an den Märkten nicht deutlich verschlimmern, seien die Kredite ausreichend. Ein Abbau ist immer mit erheblichen Risiken verbunden, so der Volksbanken-Chef. Vor allem, wenn es schnell gehen muss. Es muss aufgepasst werden, dass Verluste bei Verkäufen nicht so hoch ausfallen, dass die Kapitalbasis zerstört wird.

Ausschließen kann Koren freilich nicht, dass irgendwann noch ein Staatsgeld-Nachschlag nötig wird. "Wir gehen auch nicht davon aus, dass plötzlich reinschneit, dass wir 2 bis 3 Prozent mehr Eigenkapital brauchen", sagte der Banker. Denn "das wäre ein Problem."

700 Leasing-Mitarbeiter "verkauft"

Der größte Teil der Stellen soll durch Verkäufe von Sparten/Töchtern aus der ÖVAG-Payroll herausfallen. Allein rund 700 der Mitarbeiter, die seit Donnerstag am Schleudersitz sitzen, arbeiten in der Volksbank Leasing International. Für diese 50-Prozent-Tochter ist die EU-Deadline für den Verkauf Ende 2014. Die betroffenen Mitarbeiter werden wahrscheinlich vom Käufer übernommen.

200 Mitarbeiter hätten sowieso gefeuert werden sollen

200 Mitarbeiter standen schon länger auf der Abschussliste. Sie arbeiten in der Hypothekenkredit- und Unternehmensfinanzierung und sind vorraussichtlich die ersten, die ihren Job verlieren.

200 Leute aus der Zentrale und Häuser werden ebenfalls abgestoßen

Weitere 200 arbeiten im Backoffice der ÖVAG-Bankzentrale selbst, nun müssen selbst die gehen. Am schwierigsten werde wohl, das Immobilienportfolio loszuwerden. Ob die Bankzentrale in Wien mitverkauft wird, ist bisher nicht entschieden.

Banken in Rumänien und Malta werden verscherbelt oder geschlossen

Bis Ende 2015 hat die ÖVAG Zeit bekommen, die - vom Verkauf der Ostbanken an die Sberbank ausgenommene - Rumänien-Tochter zu verkaufen. Bei vernünftigem Marktumfeld sollte das machbar sein. Die Rumänien-Tochter selbst ist in der ÖVAG-Bilanz auf einen Euro abgeschrieben. Sie war im Halbjahr noch negativ. Abstoßen muss die ÖVAG auch ihre Bank in Malta. Das ist aber nur ein kleiner Fisch, wie betont wird. Sie könnte man gegebenenfalls auch zusperren.

APA/red.

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