Die angeschlagene ÖVAG (Volksbanken AG) dürfte nun doch zusätzliche Hilfen vom Staat abrufen. Eine Notverstaatlichung als Ganzes konnte in hochrangigen Krisensitzungen am Wochenende zwar abgewehrt werden, der Staat dürfte in dem Volksbanken-Spitzeninstitut künftig aber doch als Direktaktionär vertreten sein, wie es in informierten Kreisen am Montag zur APA hieß. Für den späten Nachmittag ist ein Formalbeschluss der Volksbanken-Spitzengremien zu erwarten. Die Volksbanken als ÖVAG-Haupteigentümer sollen ein am Sonntagabend in einem vertraulichen Gipfel mit Finanzministerin, Notenbankern und Aufsicht geschnürtes Paket absegnen, mit dem das verlustbedingte Kapitalloch beseitigt wird.
Eine Milliarde und 50 Millionen hat der Steuerzahler zu berappen, um die angeschlagene ÖVAG (Volksbanken AG) zu stabilisieren. Fixiert wurde eine Teilverstaatlichung. Der Staat - bisher mit einer Milliarde Euro Partizipationskapital in der Bank - wird sich an einer Aktienkapitalerhöhung beteiligen. Nach APA-Informationen würde der Staat jedenfalls unter 50 Prozent am Aktienkapital bleiben, trotzdem kann die Republik dann auch eigene Leute in die Bankführung entsenden.
Es gibt einen Kapitalschnitt um 70 Prozent, höher als bisher erwartet. Damit sollen Verluste abgedeckt werden. In dem Ausmaß ist auch bisher eingeschossenes Bundesgeld "weg" - also 700 Millionen der 1-Milliarden-Spritze vom Frühjahr 2009.
In der Folge muss das Kapital wiederaufgefüllt werden. Es gibt also zugleich eine Kapitalerhöhung um 480 Millionen Euro. An der beteiligt sich der Bund mit 250 Mio. Euro und die Volksbanken mit 230 Mio. Euro.
Und zuletzt wurden neue Haftungen über 100 Millionen Euro vereinbart. Macht in Summe 1,05 Mrd. Euro, die auf den Bund entfallen. Das wurde der APA übereinstimmend aus mehreren Quellen mitgeteilt.
Die ÖVAG hat den Markt und die Steuerzahler im vorigen November darauf eingestellt, dass wegen riesiger Abschreibungen für 2011 ein Jahresverlust von 1,2 Mrd. Euro drohte. Letzte Zahlen liegen noch nicht vor, es dürfte aber noch mehr werden. Mit steigenden Verlusten wurde auch der Kapitalbedarf immer größer.
APA/red.