Volkstheater: "Möchte nie wieder arschkriechen"

Den Marienthalern ist die Arbeit abhanden gekommen - schon wieder. 82 Jahre nach der epochalen Demonstration der fatalen Auswirkungen des Jobverlusts ("Die Arbeitslosen von Marienthal") offenbart sich der Mikrokosmos des fiktiven Ortes auf der Bühne.

Den Marienthalern ist die Arbeit abhanden gekommen – schon wieder. 82 Jahre nach der epochalen Demonstration der fatalen Auswirkungen des Jobverlusts ("Die Arbeitslosen von Marienthal") offenbart sich der Mikrokosmos des fiktiven Ortes auf der Bühne.

In Ulf Schmidts grotesker Parabel wüten Vater Staat, Mutter Konzern, Tochter Gesellschaft und Co. in Gestalt von Mimen, mittendrin tummeln sich die wahren Hauptdarsteller: 20 Arbeitslose aller Schichten und Altersklassen.

Hausherrin Anna Badora zu "Heute": "Wir suchten per Inserat, das Echo war enorm. Auffällig war, wie viele Manager dabei waren. Sie freuten sich zuerst über eine kurze Auszeit – und dann blieb es so." Mitwirkende Manuela Hauer findet für ihre Situation klare Worte: "Ich habe keinen Job, weil ich mich nicht mehr kleinmachen will. Ich krieche Chefs nicht in den Arsch."

Kollege Roland Cerwenka, Elektriker, Grafiker und Marketingsfachwirt in Personalunion, setzt noch eines drauf: "Ich bekam meine Kündigung im Krankenstand, per Schreiben ohne Absender." An welcher Kreuzung seines Lebenswegs war er falsch abgebogen? "Das Wegenetz wurde von internationalen Finanzpiraten okkupiert, Arbeitswillige können oft nur noch zwischen Cholera und Pest wählen." Alle Hoffnungen ruhen übrigens auf dem Dorforakel: ein Dachs, den noch niemand gesehen hat. Regie führt Volker Lösch, Premiere: 25. 9..

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