Volkstheater muss dringend saniert werden

Einen eindrucksvollen Einblick in die Raumsituation des Volkstheaters inszenierte Michael Schottenberg bei der Spielplanpressekonferenz am Dienstag, in der er die versammelten Journalisten auf der Bühne platznehmen ließ und den Blick auf Seiten- und Hinterbühne freigab, um die prekären Arbeitsverhältnisse der Technik zu veranschaulichen.

Eine Renovierung des Hauses, "um es auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen", würde laut dem kaufmännischen Direktor Cay Stefan Urbanek 35 Mio. Euro kosten, die man allerdings in absehbarer Zeit nicht aufbringen werde können; zumal es für die Subventionsgeber attraktiver sei, etwa neue Musiktheater bauen zu lassen. Dennoch freue man sich über 78 Prozent Auslastung in der aktuellen Saison und 1,8 Millionen Besucher seit Amtsantritt Schottenbergs 2005 ("Genauso viele, wie Wien Einwohner hat").

Platzmangel auf der Bühne

Von den 980 Plätzen im Haupthaus entfallen pro Abend 180 auf Abonnenten, die restlichen 800 Karten müsse man Abend für Abend verkaufen, so Schottenberg, der die Journalisten in den hell erleuchteten, aber leeren Zuschauerraum blicken ließ. Jene drei Mio. Euro an künstlerischem Budget müssten ausschließlich über eben diese Kartenverkäufe aufgebracht werden, das übrige Budget werde für den laufenden Betrieb aufgewendet.

"Wir schaffen es aber immer, positiv zu bilanzieren", resümierte Urbanek die "Relation aus Auslastung und Kartenerlösen". Aufgrund des Platzmangels auf der Hinterbühne und der Kleinarbeit beim täglichen Auf- und Abbau der Kulissen "überschreiten wir allerdings jede gesetzliche Norm an Überstunden", was die Arbeit der einzigen Technikerschicht betreffe, so Schottenberg.

Freude über "Hundsturm"

Über 6.000 Besucher im neuen "Hundsturm", die bis Ende Juni zu erwarten seien, freut sich dessen Leiter Wolfgang Schlag. Mit der Neuausrichtung der Spielstätte, die vielmehr eine Vision denn ein Theater sei, habe man ein Publikum erreicht, das wohl noch nie im Volkstheater gewesen sei, so Schottenberg über die interdisziplinären Projekte, die "die Vielfalt der Stadtgesellschaft widerspiegeln".

Während diese Neuerung voll aufgegangen ist, steht eine andere Entscheidung noch aus: Eine Nachfolge für die scheidende Chefdramaturgin Susanne Abbrederis, die ab der Spielzeit 2014/15 als Intendantin des Wuppertaler Schauspiels fungieren wird, habe man noch nicht gefunden.

Die Premieren 2013/14

 

Die Premieren umkreisen Themen wie Geld, Herkunft, Hierarchie, Krise, Korruption und Krieg. Folgend eine Liste der Premieren auf der Hauptbühne.



"Kleiner Mann – was nun?", Georg Schmiedleitner, 15. September 2013 von Hans Fallada

"Glorious!" von Peter Michael Schottenberg, 29. September 2013

"Woyzeck" von Robert  Michael Schottenberg, 22. November 2013

"Maria Stuart" von Stephan Müller, 20. Dezember 2013

"Der aufhaltsame Aufstieg" von Michael Schottenberg, 21. Februar 2014

"Die Präsidentinnen" von Milos Lolic, 21. März 2014

"Die letzten Tage der Thomas Schulte-Michels", 1. Mai 2014

"Supergute Tage" oder Die Matthias Kaschig, 13. Juni 2014

 

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