Bei gesundheitlichen Problemen gehen viele Patienten sofort ins Spital. Ebenso treten Beschwerden nicht selten außerhalb der Ordinationszeiten von Hausärzten auf. In solchen Fällen sollen Erstversorgungsambulanzen (EVA) Spitäler entlasten. In der Klinik Donaustadt ist ab sofort die fünfte EVA in Betrieb. 80 Prozent der Patienten können direkt behandelt werden, womit keine weitere Versorgung in einer Fachambulanz des Spitals notwendig ist.
Versorgt werden Patienten von einem Team des Ärztefunkdienstes Montag bis Sonntag von 8 bis 20 Uhr. Acht von zehn Patienten können mit einem Rezept nach Hause entlassen oder in den niedergelassenen Bereich überwiesen werden. In schwereren, akuten Fällen ist eine direkte Zuweisung in die Notaufnahme der Klinik möglich.
"Das führt zu einer Entlastung in den Spitalsambulanzen und damit auch zu verkürzten Wartezeiten", so Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes. Außerdem betont die Leiterin des Ärztefunkdienstes, Yvetta Zakarian: "Die Corona-Pandemie hat das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen gestellt. Der Aufbau der Erstversorgungsambulanzen ist ein Beitrag zur Entlastung der Kliniken."
"Finanziert werden die EVAs aus Strukturmitteln des Wiener Gesundheitsfonds“, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) erläuterte. Im Sommer 2021 gingen die EVAs im AKH und in der Klinik Favoriten in Betrieb, im Herbst jene in der Klinik Ottakring und in der Klinik Floridsdorf. Die Ausrollung auf alle Standorte des Wiener Gesundheitsverbundes ist bis 2023 geplant. In Summe werden 135.000 Besuche jährlich erwartet.