Das Leben in vollen Zügen genießen – damit tut sich Charlotte aus Amstetten (NÖ) derzeit schwer. Die Beamtin pendelt täglich mit dem Railjet um 6.35 Uhr nach Wien-Meidling. "Montag standen die Leute dicht gedrängt in den Waggons. Abstand halten war nicht möglich. Zum Glück trugen aber alle Schutzmasken."
Das Gedränge hätte nicht sein müssen: "In der ersten Klasse war vieles frei. Doch die Schaffnerin ließ uns nicht dort sitzen. Wir mussten aufstehen und gehen." In der zweiten Klasse drängten sich andererseits die Fahrgäste. Für die Pendlerin ist das gerade in Corona-Zeiten unverständlich.
Die ÖBB will das Problem lösen: Es werde gerade geprüft, ob man mehr Waggons anhängen kann, so Sprecher Daniel Pinka. "Wir danken unseren Fahrgästen, bitten aber darum, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu Stoßzeiten zu vermeiden." Das die Fahrgäste so ungleich verteilt sind, sei eine Ausnahme. "Es kommt immer wieder vor, dass die erste Klasse aufgemacht wird."