Wien

Von der Leiste ins Herz: Neuartige OP in Wien gelungen

Weil bei einer 79-jährigen Pensionistin keine Herz-OP möglich war, führten Ärzte bei ihr österreichweit erstmalig eine Prothese über die Leiste ein.
Heute Redaktion
25.08.2022, 13:47
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"Es bestand dringender Handlungsbedarf" erzählt Martin Grabenwöger, Vorstand der Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie in der Klinik Floridsdorf. Als die 79-jährige Christine B. ins Spital kam, war die Wand ihrer Hauptschlagader bereits mit so viel Blut gefüllt, dass sie einen Durchmesser von sieben Zentimetern hatte – doppelt so groß wie normalerweise. Eine Operation am Herzen war aufgrund ihres Alters keine Option. Um eine lebensrettende Prothese einzusetzen, entschieden sich die Ärzte für einen anderen Weg – über die Leiste.

Sechsstündiger Eingriff im Hybrid-OP

Der sogenannte endovaskuläre Eingriff wurde weltweit erst 33 Mal und in Österreich überhaupt zum ersten Mal durchgeführt. In einer sechsstündigen OP wurde der Pensionistin die Prothese über die Leistenarterie eingeführt, damit sie über das Gefäßinnere weiter zum Herzen geführt werden konnte. Ist die Prothese am richtigen Platz, beginnt sie die knapp oberhalb der Herzkranzarterien und doch an die Halsschlagadern und Armarterien an.

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Um komplexe Operationen wie diese durchzuführen, müssen Mediziner mehrer Fachrichtungen zusammenarbeiten: "Im Hybrid-OP können wir Patienten minimal-invasiv, also sehr schonend mit der neuesten Technologie behandeln", erklärt Hubert Trnka, Leiter der interventionellen Radiologie. Nach zwei Wochen durfte Christine B. die Klinik wieder verlassen. "Mir geht's gut", ist die Rentnerin wohl auf und froh, über den gelungenen Eingriff. Damit das auch so bleibt, kommt sie regelmäßig mit ihrer Enkelin zu Nachkontrollen in die Ambulanz.

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