Szene

Von Schirach eröffnet Lesefestwoche witzig

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:37

Ferdinand von Schirach ist Strafverteidiger und Autor. Er kann also reden und schreiben! Das bewies der Schriftsteller bei der Lesefestwocheneröffnung am Montag im Wiener Rathaus als er sein Publikum zum Lachen brachte. Zusätzlich gab es eine Lesung aus seinem neuesten Roman "Tabu".

Ferdinand von Schirach ist Strafverteidiger und Autor. Er kann also reden und schreiben! Das bewies der Schriftsteller bei der Lesefestwocheneröffnung am Montag im Wiener Rathaus als er sein Publikum zum Lachen brachte. Zusätzlich gab es eine Lesung aus seinem neuesten Roman  "Tabu".

Bis 24. November werden im Rahmen der "Buch Wien" an 43 Orten über 280 Veranstaltungen für Erwachsene und 125 für Kinder angeboten.

Ferdinand von Schirach, Jahrgangn 1964 bewies schon mit "Verbrechen", "Schuld" und "Der Fall Collini", dass er als Autor etwas kann. In seiner Eröffnungsrede brachte er von Thomas Mann bis Michel Houellebecq, von Franz Kafka bis Tomaso di Lampedusa und von Johann Wolfgang von Goethe bis Philipp Roth alle unter. So erzählte er über einen Starauftritt des von ihm verehrten französischen Enfant terribles Houellebecq. Der Autor forderte, bei einer Literatursendung rauchen zu dürfen und setzte damit deutsche Theaterbehörden in hellste Aufregung. Schließlich ließ Houellebecq die Zigarette in seinem Mund unangezündet. Dafür blieben auch alle Fragen der Moderatorin unbeantwortet.

Von Schirach gab Tipps für werdende Autoren

Von Schirach selbst verhielt sich da wesentlich gesitteter. Die wohl für einen Auto abgedroschenste Frage ("Warum schreiben Sie?") beantwortete er ernsthaft. Nach einer kurzen Lesung aus "Tabu" beantwortete er geduldig Fragen aus dem Publikum. Dass dabei immer wieder auch die Frage vom Verhältnis zwischen dem Autor und dem Verteidiger interessierte, trug er mit Fassung und führte anhand einiger Fallbeispiele vor, warum Wahrheit und Wirklichkeit gerade im Gerichtssaal mitunter weit auseinanderfielen. Auch Ratschläge für werdende Autoren hatte er parat: "Nicht Teil des Literaturbetriebs werden!" und "Sich nicht zu ernst nehmen!" Im übrigen versicherte er: "Der Platz zwischen den Stühlen ist am bequemsten."

Die in der Halle D der Messe Wien stattfindende "Buch Wien" (21. bis 24. November) wird am Mittwochabend mit einer Rede von Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff eröffnet.

Ferdinand von Schirach: "Tabu"

Piper Verlag, 254 Seiten, 18,40 Euro

"Buch Wien 13"

Internationale Buchmesse von 21. bis 24. November

Do und Fr 9 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr, So 10 bis 17 Uhr; Anfahrt über U2-Station Krieau. )

 

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