Noch bevor der erste Ball rollt und die Nationalhymnen erklingen, erleben Fans bei der Fußball-WM 2026 bereits ihren ersten Gänsehautmoment. Denn bei jedem Einlauf der Teams dröhnt derzeit derselbe Song durch die Stadien in den USA, Kanada und Mexiko – und plötzlich fragen sich Millionen Zuschauer: Was ist das eigentlich für ein Lied?
Die Antwort: "Sirius" von The Alan Parsons Project.
Der Instrumentaltrack stammt ursprünglich aus dem Jahr 1982 und war nie als Sporthymne gedacht. Heute gehört das Stück zu den bekanntesten Stadion-Songs der Welt – und erlebt durch die WM gerade sein größtes Comeback.
Wer die Einlaufzeremonien verfolgt, hört die markanten Synthesizer-Klänge immer wieder. Noch bevor die Mannschaften auf dem Rasen Aufstellung nehmen, erzeugt "Sirius" mit seinem langsamen Aufbau und dem epischen Sound eine fast feierliche Atmosphäre.
Das Besondere: Der Song kommt komplett ohne Gesang aus – und funktioniert trotzdem sofort.
Dabei war "Sirius" ursprünglich nur als kurzes Intro gedacht. Das 1:48 Minuten lange Instrumental eröffnet das Album "Eye in the Sky" und geht dort nahtlos in den gleichnamigen Welthit über.
Hinter dem Projekt standen Musikproduzent Alan Parsons und Songwriter Eric Woolfson. Parsons war schon damals eine Legende hinter den Kulissen: Er arbeitete unter anderem an den Alben "Abbey Road" der Beatles und "The Dark Side of the Moon" von Pink Floyd mit.
Für "Sirius" experimentierte Parsons mit einem Clavinet und frühen digitalen Sampling-Technologien. Der Name stammt vom hellsten Stern am Nachthimmel – dem sogenannten Hundsstern.
Niemand ahnte damals, dass ausgerechnet dieses kurze Intro Jahrzehnte später Sportgeschichte schreiben würde.
Der große Durchbruch kam nicht über die Charts – sondern über Basketball.
1984 hörte Tommy Edwards, damals Hallensprecher der Chicago Bulls, den Song zufällig als Hintergrundmusik in einem Kino in Chicago. Sofort hatte er eine Idee: Das wäre die perfekte Musik für die Spielervorstellung.
Fast zeitgleich begann eine neue Ära in Chicago – Michael Jordan wechselte zu den Bulls.
Die Kombination aus verdunkelter Halle, spektakulärer Show und "Sirius" als Soundtrack wurde Kult. Spätestens in den 1990er-Jahren war das Lied untrennbar mit den Bulls und ihrer goldenen Ära verbunden.
Ironischerweise wusste Alan Parsons anfangs selbst gar nichts davon. Als ihm ein Freund erzählte, dass seine Musik bei Michael Jordan läuft, soll seine erste Reaktion gewesen sein: "Who’s Michael Jordan?"
Nach dem Erfolg in Chicago wurde "Sirius" rund um den Globus übernommen – bei Boxkämpfen, Football-Spielen und in Fußballstadien. Auch Vereine wie Eintracht Frankfurt, Manchester City, der FC Augsburg oder Wolfsburg setzen seit Jahren auf den Song.
Jetzt hat das Instrumental die größte Bühne der Sportwelt erreicht.
Mit der WM 2026 wird "Sirius" plötzlich von Milliarden Menschen gehört – und sorgt noch vor dem Anpfiff für genau das, was große Sportmomente brauchen: Spannung, Gänsehaut und das Gefühl, dass gleich etwas Besonderes passiert.
Nicht schlecht für einen Song, der eigentlich nur ein Intro sein sollte.