Riesen-Fisch aus dem Bodensee geangelt

Fischer Franz Blum hat einen 2,45 Meter langen und 100 Kilogramm schweren Wels aus dem Bodensee gezogen. Damit liegt er nur knapp unter dem Weltrekord.
"Das war ein absolutes Highlight", sagt Franz Blum, Berufsfischer aus Fußach. Ihm ist es letzten Donnerstag in der Fußacher Bucht gelungen, einen 2,45 Meter langen und rund 100 Kilogramm schweren Wels aus dem Bodensee zu ziehen. Der obere Gewichts-Durchschnitt liege seiner Erfahrung nach bei rund 60 Kilogramm. Für ihn ist das der bisher größte Fang in seiner Karriere. Der momentane Weltrekord liegt bei 2,74 Metern. Der Gigant wurde 2018 im Süden Frankreichs gefangen.

Am Glückstag war Blum vorerst alleine auf dem Wasser unterwegs. "Man merkt erst, wie groß so ein Tier ist, wenn man es rausziehen muss", erzählt er. Zufälligerweise sei gerade ein Fischerkollege vorbei gekommen, der ihm zur Hilfe eilte. Blum bezweifelt, dass er den Wels alleine hätte herausheben können. Kurz nach der Bergung habe er realisiert, um was für einen "riesigen Brummer" es sich handle. Wie alt der Fisch ist, kann man bisher nur vermuten: "Ich denke, er wird 25 bis 30 Jahre alt sein." Anhand von Altersringen am Rückenwirbel könne man das definitive Alter des Fisches noch bestimmen.



CommentCreated with Sketch.23 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Was mit dem gigantischen Tier passieren soll, war nicht direkt klar. Blum betreibt in Fußach ein Restaurant, in welchem er seine frisch gefangenen Fische aus dem Bodensee anbietet. "Man hätte ihn schon essen können", so Blum. Trotzdem entschied er sich gegen den Verkauf und Verzehr des Riesen-Wels. "Es ist unklar, wie gut der geschmeckt hätte, da er sicherlich einen sehr hohen Fettanteil hat."

Er beschloss deshalb nach Salzburg zu fahren, um den Fisch dort präparieren zu lassen: "Das passiert durch eine sogenannte 'Gefriertrockung'. Vor Februar 2020 wird er aber nicht fertig sein, da das ein sehr kompliziertes Prozedere ist." Später soll der Wels einen Ehren-Platz in seinem Betrieb finden.



Markus Oberscheider, ein Hobbyfischer und Freund von Blum, teilte einige Fotos vom gefangen Fisch auf Social Media. Der Beitrag erhielt neben vielen Gratulationen auch einiges an Gegenwind: "Was soll das bringen, dieses Tier zu töten? Schon mal etwas von 'catch and release' gehört" oder "Macht nur weiter so. Tötet alles was in unseren Seen und Meeren ist. Die Rechnung werden wir alle tragen müssen", schreiben User unter den Post.

Oberscheider verteidigt seinen Freund: "Berufsfischer wie er sind wirkliche Naturschützer. Es wird artgerecht und nachhaltig gefischt." Auch Blum selbst sieht kein Grund zur Aufregung, denn solche Tiere würden alles fressen, was ins Maul passt. Blum: "Fische, Enten und sogar kleinere Hunde wurden schon verspeist." Dies liege laut dem Berufsfischer daran, dass Raubfische in dieser Größe keine natürlichen Feinde mehr haben. "Sie können in einem Revier enormen Schaden anrichten. Der Welsbestand im Bodensee ist alles andere als bedroht. Es soll zu keiner Überpopulation kommen."

(mwa/20 Minuten)

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