Politik

"Vorsicht geboten!" – Experte zu neuer Corona-Welle

Hans-Peter Hutter versteht, dass vielen Corona mittlerweile egal ist. Er hält das aber für einen Fehler. Denn für den Herbst sei "Vorsicht geboten".

Christian Tomsits
Experte Hans-Peter Hutter meint im <em>"Heute"</em>-Talk, dass Corona möglicherweise noch nicht ganz vorbei ist.
Experte Hans-Peter Hutter meint im "Heute"-Talk, dass Corona möglicherweise noch nicht ganz vorbei ist.
"Heute"

Es sei bei weiten Teilen der Bevölkerung zwar ein unliebsames Thema – "viele können Corona nicht mehr hören" – aber im Herbst droht nochmals eine neue Welle. Zwar zeige sich das in den Spitälern aktuell (noch) nicht, aber in jüngsten Abwassertests zeigt sich ein erster Anstieg an Coronaviren. "Das ist eine Trendumkehr und kann den Beginn einer neuen Welle markieren, wie groß diese auch immer sein möge", warnt Hans-Peter Hutter.

Ob es in Österreich dann neuerlich zu einer echten Epidemie komme, sei momentan "sehr schwer vorherzusehen". Der baldige Schulbeginn, mehr Indoorveranstaltungen und das kühlere Wetter seien jedoch ungünstige Vorzeichen. Da keine Covidtests mehr gemacht werden und die Krankheit auch nicht mehr meldepflichtig ist "fliegen wir im Blindflug", erklärt der renommierte Umweltmediziner der MedUni Wien.

Er moniert: "Wir haben Vorsorge noch nicht ganz verstanden. Man putzt ja auch nicht erst die Zähne, wenn man bereits Karies hat oder hört auf, nur weil der Zahnarzt sagt, es ist alles in Ordnung." Daher wäre es nun wichtig, altbewährte Regeln, wie Händewaschen und Abstand halten zu beherzigen. "Vorsicht ist geboten", so Hutter.

Denn: "Die Grundimmunisierung reicht einfach nicht aus." In Österreich sind nur 56 Prozent der Bevölkerung ausreichend immun –"das sind Menschen die zumindest drei Impfungen hinter sich haben", sagt der Mediziner zu "Heute".

Eine neue angepasste Impfung soll im Herbst auf den Markt kommen, sei aktuell in der Zulassung. Menschen über 60 oder mit Vorerkrankungen könnte das Jaukerl empfohlen werden – die Empfehlungen des nationales Impfgremiums liegen gegenwärtig aber noch nicht vor.

Keine Impfstraßen mehr in Wien

In Wien wird nach "Heute"-Infos auch im Herbst nicht mehr massenhaft geimpft, sondern nur bei Bedarf beim Hausarzt. "Eigene städtische Impfzentren wird es keine geben", hieß es.

"Wer hustet, sollte Treffen eher absagen"

"Händewaschen und Abstand halten" bleiben für alle auch weiterhin das effektivste Werkzeug zur Eindämmung einer aufkommenden Epidemie. Wer niest und hustet, sollte nicht nur auf sich, sondern auch auf andere schauen und Treffen mit Freunden oder Familie vielleicht eher auslassen. "Da ist aber ganz egal, welche Infektion ich habe", so der Mediziner.

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