Vorsicht vor diesen falschen Amazon-Anrufen

Betrüger haben es auf private Daten von Amazon-Kundinnen und -Kunden abgesehen. Wer einen unerwarteten Anruf erhält, sollte daher hellhörig werden.

Wenn unbekannte Nummern unerwartet anrufen, sollte man immer Vorsicht walten lassen. Insbesondere dann, wenn die Person am anderen Ende angibt, ein Amazon-Mitarbeiter zu sein, wie eine neue Studie der Anti-Telefonterror-Community Tellows zeigt. Laut dieser kommt es im Augenblick gehäuft zu Betrugsanrufen, bei welchen angebliche Amazon-Mitarbeitende nach privaten Informationen von Kundinnen und Kunden fragen.

So sollen tatsächlich bei weniger als der Hälfte aller angeblichen Amazon-Anrufe tatsächlich auch Mitarbeitende aus dem Konzern am Hörer sein. In 16 Prozent der Fälle seien Callcenter am Apparat, die dem Empfänger oder der Empfängerin eine Amazon-Kreditkarte verkaufen wollen und in 37 Prozent der Fälle stecken tatsächliche Betrügerinnen und Betrüger hinter dem Anruf.

Gesprächsablauf ähnlich

Rund ein Jahr lang hat Tellows betrügerische Anrufe ausgewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass das Volumen solcher betrügerischer Calls immer mehr zunimmt und besonders in der Vorweihnachtszeit einen Peak ansteuert. Grund dafür ist natürlich, das Kundinnen und Kunden insbesondere zu dieser Jahreszeit Bestellungen bei Amazon aufgeben, um Geschenke für ihre Familie und Freunde zu besorgen.

Wenn ein solcher Betrüger oder eine solche Betrügerin anruft, läuft das Gespräch häufig ähnlich ab. Zuerst wird man gebeten, zu bestätigen, dass man tatsächlich eine Bestellung bei Amazon getätigt habe. Anschließend wird vorgegeben, dass einige persönliche Daten nicht im System erfasst worden seien und diese notwendig seien, um die Bestellung erfolgreich abzuschließen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man bemerken, dass es sich um einen betrügerischen Anruf handelt.

Denn Amazon ruft laut Bild.de Kundinnen und Kunden nur an, wenn diese den Anruf vorher explizit gewünscht haben. Dies kann geschehen, wenn es Probleme mit dem Account oder einer Bestellung gibt. Aber in diesen Fällen müssen die Kundinnen und Kunden den Prozess selbst auslösen und werden erst anschließend von Amazon-Mitarbeitenden kontaktiert.

Gespräch besser beenden

Bei den betroffenen Telefonnummern, die von Betrügerinnen und Betrügern kontaktiert werden, handelt es sich meist nicht um zufällig getippte Nummern. Viel häufiger stammen sie aus Datensätzen, die aus öffentlich zugänglichen Informationen auf Facebook erstellt worden sind. Solche Datensätze tauchen immer wieder im Darknet oder in Hackerforen auf und werden zum Verkauf angeboten.

Betrügerinnen und Betrüger versuchen aber nicht nur mit der Amazon-Lüge ihr Glück. So geben sie auch an, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer großer Unternehmen zu sein, wie beispielsweise von Microsoft oder bekannten Telekomanbietern.

Wer sich bei einem Telefonanruf unsicher ist, ob echte Mitarbeitende oder Betrüger dahinter stecken, sollte das Gespräch lieber rasch beenden. Anschließend kann man selbst nach der Telefonnummer des Kundendiensts googeln und sich dort melden. So sollte rasch klar werden, ob es sich beim ersten Anruf um einen Betrugsversuch oder eine echte Kontaktaufnahme gehandelt hat.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account 20 Minuten Time| Akt:
BetrugAmazonPolizei

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen