Wenn du solche Wolken aufziehen siehst, droht Gefahr

Cumulonimbus-Wolken sind hunderte Kilometer weit zu sehen. Dieses Bild wurde am 20. Juli 2020 bei Prerov (CZ) aufgenommen
Cumulonimbus-Wolken sind hunderte Kilometer weit zu sehen. Dieses Bild wurde am 20. Juli 2020 bei Prerov (CZ) aufgenommenpicturedesk.com/CTK/Ludek Perina
Seit Wochen wird Österreich von gefährlichen Gewittern heimgesucht. So erkennst du anhand der aufziehenden Wolken, ob ein Unwetter auf dich zurollt.

In den vergangenen Wochen konnten wir eine ganz bestimmte Wolkengattung am Himmel über Österreich beobachten: den Cumulonimbus (Cb), auch Gewitterwolke genannt. Diese Wolken bergen ein gewisses Gefahrenpotential. Daher ist es günstig, die Entfernung zu diesen abschätzen zu können.

Donnerstagabend entwickelte sich westlich von Graz ein kräftiges Gewitter, das in weiterer Folge die Stadt traf. Beobachten konnte man die riesige Gewitterwolke aber selbst noch von Wien aus, wie die Meteorologen der UBIMET anhand dieses Bilds einer Webcam auf ihrer Wiener Zentrale eindrücklich zeigen:

Cumulonimbus-Wolke in der Steiermark von Wien aus,145 km Entfernung gesehen ( 23.Juli 2020)
Cumulonimbus-Wolke in der Steiermark von Wien aus,145 km Entfernung gesehen ( 23.Juli 2020)UWZ/foto-webcam.eu

"In unseren Breiten können Gewitterwolken Höhen von 10 bis 12 km erreichen, die eher seltenen Winter-Gewitter hingegen nur etwa 8 km", erläutert Andreas Demel von der Unwetterzentrale UWZ. Mit ein bisschen Schulgeometrie könne man die Entfernung einer Gewitterwolke bestimmen.

Der Experte erklärt: "Verwendet man den Satz des Pythagoras, beachte dabei die Erdkrümmung und die atmosphärische Refraktion – die Lichtbrechung – ergibt die Entfernung des Horizontes zu einem erwachsenen Menschen etwa 5 km."

Nun erreichen Gewitterwolken aber eben große Höhen und sind somit noch aus deutlich größeren Entfernungen sichtbar. Für eine theoretisch gerade noch sichtbare Gewitterwolke mit einer Höhe von etwa 12 km ergibt sich eine maximale Entfernung von 430 km.

Die selbe Cumulonimbus vom Hochkar aus gesehen, in 140 km Entfernung  (23. Juli 2020)
Die selbe Cumulonimbus vom Hochkar aus gesehen, in 140 km Entfernung (23. Juli 2020)UWZ/foto-webcam.eu

So bestimmst du deine Entfernung zum Gewitter

Zieht ein Gewitter auf, kann es besonders bei einem Aufenthalt im Freien wichtig werden, den Abstand der Unwetterzelle zur eigenen Position bestimmen zu können. Dabei hilft der Zeitunterschied zwischen Blitz und Donner:

Das Licht eines Blitzes legt pro Sekunde etwa 300.000 km zurück. Selbst bei Gewittern mit einer maximal noch sichtbaren Entfernung von etwa 430 km sieht man einen Blitz somit nahezu gleichzeitig mit seiner Entstehung.

Der Schall hat hingegen nur eine Geschwindigkeit von etwa 300 m pro Sekunde. Tritt ein Blitz in 1 km auf, hört man dessen Donner somit erst nach 3 Sekunden.

Richtiges Verhalten wichtig

Allgemein gilt deshalb: Zählt man die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilt diese durch drei, so erhält man die ungefähre Entfernung zum Gewitter in Kilometern. Liegen also beispielsweise 12 Sekunden dazwischen, dann war der Blitz nur etwa vier Kilometer entfernt. 

Mit wiederholten Messungen kannst du dann auch so feststellen – sofern es mit bloßem Auge nicht ohnehin erkennbar war – ob die Gewitterzelle in deine Richtung zieht. Spätestens dann solltest du Schutz suchen. Wie du dich in so einer Situation am besten verhältst, erfährst du HIER >

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