Nach "Heute"-Berichten über sexuellen Missbrauch in Kinder-Camps zieht die Stadt Wien Konsequenzen: Ein Mitarbeiter des Magistrats, der in seiner Freizeit in den betroffenen Ferienlagern tätig war, wurde nun vorläufig vom Dienst freigestellt.
Der Mann stand im engen Kontakt zu jenem 74-Jährigen, der seit den frühen 90ern Lager in mehreren Bundesländern organisiert und sich dort an Kindern vergangen haben soll – ein Verfahren ist bei der Staatsanwaltschaft anhängig, es gilt die Unschuldsvermutung. Der freigestellte Mitarbeiter lernte den älteren Verdächtigen kennen, als er selbst noch minderjährig war. Später arbeitete er als Betreuer in dessen Feriencamps und warb in der Öffentlichkeit enthusiastisch für die Angebote.
Doch damit nicht genug: Der Betroffene sorgte auch dafür, dass zwei Kinder aus einer Fremdbetreuungseinrichtung der Stadt Wien in Lager des heute 74-Jährigen vermittelt wurden.
Dies sei geschehen, bevor die Vorwürfe über Sexualstraftaten bekannt wurden, hieß es dazu aus dem Büro von Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos). Der Mitarbeiter werde nun zu einer weiteren Befragung geladen und versehe "aus Gründen der Vorsicht bis dahin keinen Dienst". Weitere Erhebungsschritte sollen folgen. Das "Bündnis Kinderschutz Österreich" hatte den Fall ins Rollen gebracht.