Der Chef der österreichischen Schiedsrichter Robert Sedlacek muss sich heftiger Kritik aussetzten. Heimische Top-Schiedsrichter setzen den 67-Jährigen zunehmend unter Druck. Sedlacek soll mit der Leistung eines Referees nicht zufrieden gewesen sein und wollte diesen zur Rede stellen. Dabei soll er allerdings den falschen Schiedsrichter zur Verantwortung gezogen haben.
Wie "Laola" berichtet, soll der ÖFB-Vize außerdem sein Erscheinen bei einem wichtigen Seminar der Referees aus dem Westen abgesagt haben. Sedlacek soll sein Fehlen damit begründet haben, dass er bei einer Vorbesprechung für die anstehende Knie-Operation seiner Gattin dabei sein wollte. Konrad Plautz musste den ehemaligen FIFA-Schiedsrichter damals vertreten.
Wie nun bekannt wird, soll der Präsidenten des Wiener Fußballverbandes einen internationalen Einsatz von österreichischen Referees verhindert haben. Der griechische Verband besetzt die Top-Begegnungen der Liga mit Spielleitern aus anderen Nationen. Da der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Fritz Stuchlik als Berater der griechischen Schiedsrichterbeobachter tätig ist, soll die Wahl zuletzt auf den österreichischen Referee Harald Lechner gefallen sein. Neben dem 40-Jährigen sollten auch die Assistenten und der VAR aus Österreich eingeflogen werden.
Der Wiener sollte das brisante Derby zwischen Panathinaikos und AEK Athen leiten. Eine Anfrage an Sedlacek blieb allerdings unbeantwortet – zum Ärger von Stuchlik. "Dass Harald Lechner nicht zum Einsatz nach Griechenland fliegen konnte, da er in der Europa League in derselben Woche ein griechisches Team leitete, leuchtete mir noch ein. Ich denke aber, dass es für Julian Weinberger eine große Herausforderung und Chance in seiner Entwicklung gewesen wäre, die leider vertan wurde", schildert der 56-Jährige gegenüber "Laola".
Stuchlik wird in naher Zukunft nicht mehr auf die Dienste der heimischen Schiedsrichter bauen. Für die österreichischen Referees ein herber Rückschlag, will man doch jede Chance nutzen, um sich auf der internationalen Bühne beweisen zu können.
In der österreichischen Bundesliga sorgte Sedlacek zuletzt beim Duell zwischen Salzburg und Wattens für Aufsehen. Der Führungstreffer der Salzburger durch Noah Okafor wurde fälschlicherweise von Schiedsrichter Lechner gegeben. Der VAR verzichtete darauf, eine Linie zu ziehen, um eine mögliche Abseitsstellung zu erkennen.
Erst in der Halbzeitpause wurde durch das VAR-Team rund um Josef Spurny und den Schiri-Boss Sedlacek eine Abseitsstellung erkannt.