Niederösterreich

VP-Eichtinger: "Viele lernten, mit der Krise zu leben"

Zum Jahresende zog Landesrat Martin Eichtinger (VP) Bilanz: Viele Unternehmer leben jetzt mit der Krise und die Arbeitslosen wurden weniger.
27.12.2021, 13:59

"Heute": Beim ersten Lockdown brach der Arbeitsmarkt förmlich ein, wie war es beim letzten Lockdown?

Martin Eichtinger: Trotz des letzten Lockdowns im November bis Dezember 2021 blieb der Arbeitsmarkt stabil. Wir waren mit Stand November 2021 sogar rund zehn Prozent unter der Arbeitslosigkeit im November 2019, also noch vor Corona.

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"Heute": In Zahlen ausgedrückt?

Wir hatten 15.600 weniger Arbeitslose in NÖ im November 2021 als im Vorjahr.

"Heute": Warum ist das so, wo liegen die Gründe?

Die Unternehmer bzw. viele Unternehmer in NÖ haben gelernt, mit der Krise zu leben. Sie hielten die Arbeitskräfte, weil sie längerfristig denken und gute Arbeitskräfte nicht so leicht zu haben sind.

"Heute": Ein großes Problem ist ja die Arbeitslosigkeit bei "50plus" und die Langzeitarbeitslosen in NÖ - wie sieht es denn in besagten Gruppen aus?

Bei der Gruppe "50plus" konnten wir mit diversen Programmen die Arbeitslosigkeit um 6,9 % gegenüber 2019 drücken. Bei den Langzeitarbeitslosen in Niederösterreich schafften wir es von 16.000 auf 10.800. Spezielle Programme dienten als Sprungbrett und wir stellten entsprechende Eingliederungshilfen in Form von finanziellen Anreizen zur Verfügung.

"Heute": In NÖ wird irrsinnig viel gebaut, hat man den Eindruck....

Das stimmt, großes Lob an die gemeinnützigen Genossenschaften - die haben durchgearbeitet. Im Schnitt wurden 6.150 Wohneinheiten pro Jahr geschaffen und das nur in NÖ.

"Heute": Umweltfreundlich bzw. ökologisch nehme ich an?

Ja, denn wir fördern schon lange "raus aus dem Öl", schaffen jetzt sogar klimafitte Parkplätze, also Stellplätze mit Sickersteinen, wo das Wasser versickern kann. Oder: „1,68 Mio. Quadratmeter Blühwiese sind das eindrucksvolle Ergebnis der Aktion ‚Blühsterreich‘ von ‚Natur im Garten‘. Ziel war es, in einem Jahr einen Quadratmeter Blühwiese für jeden Landesbürger anzulegen - und das ist gelungen. Die Wohnbauforschung leistet einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zur besseren und klimagerechten Lebens- und Umweltqualität. Hier entstand auch das Projekt „Klimafitte Parkplätze – Durch Entsiegelung der sommerlichen Hitze entgegensteuern“. 2022 setzt die Wohnbauforschung weitere wichtige Schritte für unsere gemeinsame Zukunft. Schwerpunkte der Wohnbauforschung sind die ortsbildsensible bauliche Nachverdichtung in historischen Ortskernen, der Klimawandel sowie die Erhaltung der Lebensqualität der BewohnerInnen.

"Heute": Viele Ortskerne am Land sterben aus....steuert man dem gegen?

Wir legen einen starken Fokus auf die Ortskernbelebung, als Paradebeispiele sind hier Lanzenkirchen (Wr. Neustadt-Land) und Schwarzenau im Waldviertel zu nennen. Das heißt, wir fördern da sogar z.B. Arztpraxen im Ortskern und tragen massiv zur Ortskernbelebung bei.

"Heute": Es werden laufend Primärversorungszentren eröffnet - ist das die Zukunft?

Ja, am 3.1. in Gloggnitz und am 1.4. in Purkersdorf. Wir werden weitere PVZ bauen, um wohnortnahe Versorgung in Ergänzung zu den Hausärzten sicherzustellen.

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