Wien

"Niemand spricht deutsch Wiener Kigas in Hand von Clans

Zehn kleinere Kindergarten-Betriebe sollen in Wien vom Stadtrechnungshof überprüft werden. Laut VP war "Minibambini" kein Einzelfall…

Thomas Peterthalner
Wiener VP-Obmann Karl Mahrer: "Am Ende bezahlt Steuerzahler."
Wiener VP-Obmann Karl Mahrer: "Am Ende bezahlt Steuerzahler."
Denise Auer

"Der Förder-Skandal um den Verein 'Minibambini' ist offenbar nur die Spitze eines Eisbergs", meint VP-Obmann Karl Mahrer. "Das Kontrollversagen hat System." Die VP brachte nun ein Prüfersuchen beim Stadtrechnungshof in Wien ein – das "Family Business" von zehn kleineren Kindergarten-Betreibern in mehreren Bezirken soll überprüft werden.

Die Merkmale seien überall dieselben: Fake-Kinder, für die Förderung bezogen wird, Barzahlungen, dazu Fördermissbrauch bei der Personalverrechnung und "In-Sich-Geschäfte". Dazu komme: "Ein Kindergarten kann so einfach wie ein Dönerladen eröffnet werden", so Mahrer.

"Niemand spricht deutsch"

Eine Kindergarten-Pädagogin, die bei mehreren verdächtigen Betreibern tätig war, berichtete im Rahmen des VP-Mediengesprächs von ihren Erfahrungen. Manche Kindergärten werden angeblich von ausländischen Clans betrieben. Diese würden Familien-Mitglieder und Landsleute anstellen und Eltern aus demselben Herkunftsland anziehen. Die Folge: "Niemand spricht mehr deutsch." Die Liste der Missstände in manchen Kindergärten sei lang, so die Pädagogin, die anonym bleiben will, in der VP-Zentrale in der Wiener City. 

Zauberstift in Anwesenheitsliste

Die Betreiber würden damit prahlen, "Kontakte zum Magistrat" zu haben. "Es gibt Kinderlisten, für die wir löschbare Stifte verwenden müssen. Oft sind Kids einen Monat lang nicht da, scheinen aber trotzdem in der Anwesenheitsliste auf." Alles müsste bar bezahlt werden. Kindergarten-Pädagoginnen müssten sich in ihrer Freizeit auf eigene Kosten weiterbilden. In den Kindergärten werde geraucht, der Rauch ziehe auch in die Kindergartengruppen. 

Einzelne schwarze Schafe

"Das spiegelt die Zustände bei einigen Kindergarten-Betreibern wieder", so Mahrer. "Die Kinder und die Eltern sind die Opfer, am Schluss bezahlt immer der Steuerzahler." Bei großen privaten Betreibern würde es keine Verdachtsfälle geben. Die meisten würden korrekt handeln. "Kindergärten dürfen nicht zum Selbstbedienungsladen von dubiosen Familien-Clans werden", so VP-Bildungssprecher Harald Zierfuß.

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr kündigte bereits eine "Aktion scharf" gegen verdächtige Kindergartenbetreiber und gegen Fördermissbrauch an. Der Verein "Minibambini" muss ausbezahlte Förderungen zurückzahlen.

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