Wegen Problemen mit Benzinpumpen und Zündschlössern ruft Volkswagen in Nordamerika in größerem Stil Fahrzeuge in die Werkstätten. Betroffen sind etwa 151.389 Tiguan der Modelljahre 2009 bis 2014, wie das Unternehmen am Samstag erklärte. Auch 18500 Routan-Minivans sind betroffen. Die Familien Porsche und Piech dürften indes trotzdem gute Laune haben. Die Großaktionärsfamilien streichen in diesem Jahr die höchste Dividende unter allen Aktionären in Deutschland ein. Sie erhalten 335 Mio. Euro.
Beim Tiguan können Mängel an den Benzinpumpen den Motor direkt nach dem Start abwürgen, was laut VW potenzielle Crash-Gefahr birgt. Bei den Minivans droht sogar Kontrollverlust in voller Fahrt: Fehlerhafte Zündschlüssel können bei holprigen Wegen in die Aus-Position zurückspringen. Konkurrent General Motors kämpft wegen ähnlicher Defekte mit .
Die Probleme beim Routan gibt es aber schon seit Jahren. Sie stammen aus einer früheren VW-Partnerschaft mit dem US-Autobauer Chrysler, der die Fahrzeuge geliefert hatte. Bereits 2011 hatte VW begonnen, die nur in Nordamerika verkauften Minivans zurückzurufen. Mittlerweile sind über 30 000 betroffen. Bislang seien aber keine Unfälle bekannt, betonte VW.
Aufgrund von Scheinwerfer-Problemen hatte VW im März auch schon seinen US-Passat in die Werkstätten beordert. Die Lampen des Abblendlichts können den Kontakt verlieren, wenn die Motorhaube zu fest zugeschlagen wird. Rekord-Prämie für Eigentümer
Den Familien der Mehrheitseigentümer Porsche und Piech hingegen ist zum Lachen zumute. Sie erhalten 335 Mio. Euro, wie aus einem am Samstag im Voraus veröffentlichten Dividenden-Ranking der "Wirtschaftswoche" hervorgeht.
Das sei eine Steigerung um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die 50 größten Anteilseigner in Deutschland kassieren laut dem Bericht zusammen rund 4,7 Mrd. Euro an Ausschüttungen - etwa eine Milliarde Euro mehr als 2013. An zweiter Stelle steht die Familie Schaeffler (Automobilzulieferer Schaeffler und Continental) mit 309 Mio. Euro. Der Hamburger Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel) landete mit 307 Mio. Euro auf Rang drei.