Wäh! Wieso ist Ekel so faszinierend?

Warum sind wir von "ekligen" Dingen so fasziniert?
Warum sind wir von "ekligen" Dingen so fasziniert?Getty Images/iStockphoto
Das Menschen Befriedigung im Voyeurismus finden ist nichts neues, doch warum "ekeln" wir uns gerne? Pickel ausdrücken & Co ist offenbar amüsant.

Die bekannteste TV-Show zum Thema Ekel ist wohl "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" aka "Das Dschungelcamp". Spätestens wenn die Kandiaten den zwangsläufigen Brechreiz beim Verspeisen des Känguruh-Anus oder Krokodilspenis bekommen, sitzen wir gebannt mit halb-zugekniffenen Augen vor der Glotze und verziehen die Gesichter. Doch warum wir nicht einfach umschalten, können uns wohl nur die Profis erklären.

Der Markt wird bedient

Die Faszination für Ekel ist etwas sehr Altes. Vor ein paar Jahren gelang es Produzenten im Theater noch mit nackten Darstellern und einem Kübel Kunstblut zu schocken, mittlerweile aber brauchen wir wesentlich mehr. Auf den Sozialen Medien kursieren tausende Videos, die sich einzig und allein dem Ausdrücken von Pickeln und Mitessern beschäftigen. Ein eitriges Furunkel, dass vor laufender Kamera so lange gequetscht wird, bis es sich entleert wird öfter geklickt als eine Angelobung der Queen.

Prävention

Das "Ekelgefühl" aus sicherer Distanz hervorzurufen, macht auch psychologisch durchaus Sinn. Emotionen haben nämlich auch Schutzfunktionen wie Expertin Dagmar Unz von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg-Schweinfurt (DE) gegenüber dem T-Online Magazin erwähnt. Im "Fünf Finger Kino" beschäftigen wir uns mit potenziellen Gefahren und bereiten uns so unbewusst darauf vor.

Ekel entstand in der Evolution

Je nachdem wie empathisch der Zuseher ist, wird bewusst mitgelitten und in die Opferrolle eingetaucht. Andere haben wirklich Lust am Betrachten von Grusel und Ekel und ziehen es eher ins Lächerliche. Tabubrüche und Mutproben haben meistens auch etwas mit Ekel zu tun. Viele von uns würden vermutlich lieber in unbekanntes Gewässer springen, als eine fette Made zu futtern. "Ekel" an sich ist wichtig für unser Überleben und schützt uns auch vor Krankheiten. Fäulnis-Geruch, Schimmel, Kot oder Erbrochenes "ekelt" uns einfach an, damit wir nicht mit den potenziell-gefährlichen Bakterien in Kontakt kommen und ist evolutionär bedingt.

In der Regel ekeln sich auch Frauen wesentlich öfter als Männer. Auch das ist sinnvoll, da Frauen nicht nur sich selbst sondern auch den Nachwuchs schützen mussten.

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