Immer mehr Österreicher legen sich eine Waffe zu

Die Zahl der Handfeuerwaffen im Privatbesitz ist im Jahr 2019 gestiegen. Zuwächse gab es sowohl bei Neu-, als auch bei Gebrauchtwaffen.

Immer mehr Österreicher sind im Besitz einer Handfeuerwaffe. Wie der Branchenradar von Handfeuerwaffen zeigt, wurden 2019 64.870 Handfeuerwaffen verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von 7,7 Prozent oder 4.620 Stück.

Die Zahlen würden selbst das Rekordjahr 2015 in den Schatten stellen, hieß es am Dienstag. Insgesamt wurden durch die Verkäufe rund 55,7 Millionen Euro umgesetzt, so viel wie noch nie. Wachstumsbeiträge liefert dabei primär der Sekundärmarkt (gebrauchte Waffen), während die Anzahl der verkauften neuen Waffen mit +1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr nur moderat zulegt.

Etablierte Marken profitieren stärker

Vom Aufschwung des Markts profitieren vorwiegend etablierte Marken. Denn die Verkaufszahlen stiegen bei Gewehren etwa überdurchschnittlich bei den Firmen Blaser, Beretta und Uzkon. Bei neuen Faustfeuerwaffen wachsen insbesondere Glock und Walther rascher als der Markt insgesamt.

Die Zahlen bei den gebrauchten Waffen stiegen sowohl in der Kategorie Gewehr und Faustfeuerwaffe um rund zehn Prozent. 25.870 gebrauchte Gewehre sowie rund 21.000 gebrauchte Faustfeuerwaffen wechselten den Besitzer.

Insgesamt sind in Österreich laut zentralem Waffenregister 1,08 Millionen Stück registriert. Im Vergleich zu 2018 stieg der Bestand um rund 56.000 Stück. Etwa 47.000 Waffen wurden im vergangenen Jahr abgemeldet, neuangemeldet hingegen wurden 103.000 Stück. Die Differenz zwischen Waffenverkäufen (64.870 Stück) und Neuanmeldungen (103.000 Stück) erklärt sich aus den Verkäufen oder Besitzerwechseln, bei denen kein Händler involviert ist. Fachleute sprechen vom "Below-the-line-Geschäft".

Unterschiede zwischen den Kategorien

Hierzulande gibt es unterschiedliche Kategorien und Bestimmungen was den Erwerb, den Besitz und das Führen von Waffen betrifft. Unter Kategorie A fallen verbotene Waffen und Kriegsmaterial, also etwa automatische Waffen und "Pumpguns".

In Kategorie B sind Pistolen, Revolver, Repetierflinten und halbautomatische Waffen zusammengefasst. Um diese erwerben zu können, sind eine psychologische Eignung, ein Bedarfsnachweis, eine Waffenbesitzkarte oder ein Waffenpass erforderlich.

In den Kategorien C und D sind hauptsächlich Jagdwaffen zusammengefasst. Der Erwerb ist für Erwachsene möglich, es bestehen jedoch auch unterschiedliche Meldeplichten. Zum Führen einer Waffe ist jedenfalls ein Waffenpass oder eine Jagdkarte notwendig.

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