Waffen künftig mit biometrischen Sensoren

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Angesichts von jährlich 1.000 Toten durch Waffengewalt in der EU will die Kommission am Montag das Waffenrecht in Europa verschärfen. Unter anderem sollen Waffen mit biometrischen Sensoren versehen werden.

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström soll in Brüssel Vorschläge präsentieren, wie die unterschiedlichen Gesetze in den Mitgliedsstaaten vereinheitlicht werden können. Denn es bestehe laut Insidern die Gefahr, dass Straftäter versuchen, in den Ländern an Waffen zu kommen, in denen die Rechtsvorschriften am wenigsten streng sind. Konkret soll nun geprüft werden, welche Schusswaffen europaweit für zivile Zwecke erlaubt werden sollen und unter welchen Voraussetzungen der Besitz oder Verkauf von Schusswaffen garantiert wird.

Laut Zeitung "die Welt" gibt es in der EU rund 80 Millionen Schusswaffen für den zivilen Gebrauch, die sich in rechtmäßigem Besitz befinden. Ungeklärt sei hingegen der Verbleib einer halben Million Schusswaffen, die  verloren gegangen oder gestohlen worden seien.

Schluss mit Waffenverkauf im Internet

Geprüft werde auch, den Zugang zu bestimmten Waffentypen für den zivilen Gebrauch weiter einzuschränken und den Verkauf und Besitz von Luftgewehren oder Nachbildungen antiker Waffen stärker zu regulieren. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, den Verkauf von Waffen und Munition im Internet zu verbieten.

Biometrische Sensoren

Laut EU-Kommission sollen Schusswaffen künftig auch mit biometrischen Sensoren, in denen personenbezogene Daten gespeichert sind, ausgestattet werden. So könnten sie nur vom rechtmäßigen Besitzer verwendet werden.

Finnland hat die meisten Schusswaffen

Die meisten Schusswaffen in der EU-28 gibt es derzeit in Finnland (43,3 Schusswaffen pro 100 Einwohner). Österreich liegt mit 21,9 Prozent auf Rang sieben. Hinter Finnland liegen Zypern (36,4), Schweden (31,6), Frankreich (31,2) und Deutschland (30,3). Am wenigsten Schusswaffen gibt es demnach in Litauen und Rumänien mit je 0,7 Schusswaffen pro 100 Einwohner sowie in den Niederlanden (3,9).

Selbstmordquote: Österreich auf Platz 2

Beim Anteil von Selbstmorden durch Schusswaffen liegt ebenfalls Finnland mit 3,34 auf 100.000 Einwohner voran. Erschreckend: Österreich nimmt dabei mit 2,68 bereits den zweiten Platz ein.

Morde durch Schusswaffen

Bei der Anzahl der Morde durch Schusswaffen, ebenfalls bezogen auf 100.000 Einwohner eines Landes, liegt Italien mit 0,71 an der Spitze, gefolgt von Belgien (0,68), Bulgarien (0,67), Luxemburg (0,62), Irland (0,48), Zypern (0,46), Finnland (0,45), Portugal und Schweden (je 0,41), Kroatien (0,39) und Niederlande (0,33).

Österreich folgt mit 0,28 auf Rang zwölf. Dahinter folgen Dänemark (0,27), Griechenland (0,26), Estland (0,24), Lettland (0,22), Spanien (0,2), Deutschland und Tschechien (je 0,19), Slowakei und Litauen (je 0,18), Slowenien (0,1), Polen (0,09), Großbritannien und Ungarn (je 0,07), Frankreich (0,06), Rumänien (0,02) und Malta (0).

 

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