Waffen-Lobbyist versagt bei Gnadenschuss auf Elefant

Schütze LaPierre: Versagen auch aus nächster Nähe.
Schütze LaPierre: Versagen auch aus nächster Nähe.Screenshot Youtube/The New Yorker
Die mächtige US-Waffenlobby ist erneut in den Schlagzeilen. Diesmal wegen bislang unveröffentlichter Szenen einer Elefantenjagd in Botswana.

Eine Videoaufnahme einer Elefantenjagd in Botswana: Ein Mann will ein bereits angeschossenes Tier aus nächster Nähe töten. Das gelingt trotz mehreren Schüssen nicht, das Tier röchelt, ein Begleiter muss übernehmen.

Bis jetzt war diese Szene noch nie öffentlich zu sehen. Sie wurde aus "Under Wild Skies" herausgeschnitten. Diese Promo-Serie hatte die mächtige US-Waffenlobby National Rifle Association NRA im südafrikanischen Binnenstaat drehen lassen, um bei Jägern zu punkten und neue Mitglieder zu gewinnen. Dafür waren NRA-Geschäftsführer Wayne LaPierre und Ehefrau Susan 2013 gleich selbst nach Botswana gereist.

PR-Debakel für die NRA

Nun haben das Magazin "The New Yorker" und die Nichtregierungsorganisation "Trace" die herausgeschnittenen Szenen in einem Video veröffentlicht. Dabei wird nicht nur klar, dass die LaPierres an jenem Tag gleich zwei Elefanten töteten – die Gattin hebt den Schwanz eines Tieres triumphierend in die Kamera. Der Schütze, der sogar beim Gnadenschuss mehrfach versagt hatte, war NRA-Chef LaPierre selbst.

Das Video hat in den USA eine Welle der Entrüstung und Kritik nicht nur von Tierschützern ausgelöst. Von einem PR-Debakel für die NRA ist die Rede, auch weil die Waffenvereinigung seit Jahren nicht müde wird zu betonen, dass "nur gute Leute mit Waffen schlechte Leute mit Waffen stoppen können" – was voraussetzt, dass die "guten Leute" auch gute Schützen sein müssten.

Schlechter Zeitpunkt

Die Negativschlagzeilen kommen der NRA ohnehin schon ungelegen genug. Die Justiz des Bundesstaats New York ermittelt seit letztem August gegen die NRA, LaPierre und drei weitere hochrangige Vertreter der Organisation wegen Veruntreuung von Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Die NRA meldete Insolvenz an, kam damit bei der New Yorker Justiz jedoch nicht durch und wird dort weiter juristisch belangt. Es wird sich zeigen, ob die größte Lobbyorganisation für Schusswaffenbesitz in den USA mit ihrem riesigen politischen Einfluss künftig wirklich um ihre Zerschlagung fürchten muss.

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