Wahlbeteiligung droht ins Bodenlose zu sinken

Nicht gerade das beste Wahlwetter herrscht in Österreich: Das im ganzen Land sonnige Wetter mit angenehmen Temperaturen könnte so manchen Wahlberechtigten von der Urne fernhalten. Laut den Meinungsforschern droht ohnehin ein Negativrekord. Mit unter 50 Prozent seit 1999 ist das Interesse an EU-Wahlen so niedrig wie an keiner anderen Bundes- oder Landeswahl in Österreich.
Nicht gerade das beste Wahlwetter herrscht in Österreich: Das im ganzen Land sonnige Wetter mit angenehmen Temperaturen könnte so manchen Wahlberechtigten von der Urne fernhalten. Laut den Meinungsforschern droht ohnehin ein Negativrekord. Mit unter 50 Prozent seit 1999 ist das Interesse so niedrig wie an keiner anderen Bundes- oder Landeswahl in Österreich.

Am Beispiel der Nationalratswahlen hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) festgestellt, dass an Schlechtwettertagen (ohne starken Regen) eher mehr Wahlberechtigte zu den Urnen gehen als bei Sonnenschein. Bei den EU-Wahlen hat bisher aber auch Schlechtwetter noch wenig geholfen. 2004 war es am 13. Juni windig, kühl und unbeständig - und die Beteiligung fiel von ohnehin niedrigen 49,40 Prozent des Jahres 1999 auf nur mehr 42,43 Prozent - den bisher absoluten Tiefststand aller Bundes- und Landeswahlen in Österreich seit 1945.

Am 7. Juni 2009 war das Wetter auch nicht gerade prächtig, eher kühl, in manchen Landesteilen regnete es auch. Dass sich die Wahlbeteiligung damals ein wenig erholte - auf 45,97 Prozent - lag allerdings vor allem daran, dass erstmals die Briefwahl erlaubt war. Diese wurde heuer auch heuer schon recht fleißig genützt: Bis Freitag waren an die 80 Prozent der angeforderten Wahlkarten ausgefüllt wieder bei den Wahlbehörden eingetroffen. Dafür wurden aber um ein Drittel weniger Wahlkarten angefordert als für die Nationalratswahl.

Erste Trends lassen Böses vermuten

Wie viele der 6,4 Mio. Österreicher und EU-Bürger, die spätestens heute 16 Jahr alt werden, ihr Stimmrecht genützt haben, wird erst am Montag feststellen. Sonntag wird zwar ein vorläufiges Endergebnis verkündet (offiziell um 23.00 Uhr, inoffiziell sollte es schon rund um 19.30 Uhr bekannt sein). Aber darin sind die Briefwahlstimmen und die in einem "fremden" Wahlkreis abgegebenen Wahlkarten noch nicht enthalten. Sie werden erst am Montag ausgezählt.

Die Wahlbeteiligung ist in Wien am Vormittag unter dem Wert vom Urnengang im Jahr 2009 gelegen. Um 10.00 Uhr betrug sie 7,85 Prozent. Das teilte das Büro der Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) mit. Im Vergleich dazu belief sich die Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2009 um dieselbe Zeit auf 8,10 Prozent.Das Wahlwetter war in Wien am Sonntagvormittag prinzipiell gut - also sonnig und angenehm warm.

So sah es in den Bundesländern aus

Ein Rundruf der APA-Bundesländerbüros zeigte fast in allen Landesteilen am Vormittag bei schönem Wetter schwaches Interesse am Urnengang. Erste Rückmeldungen aus den steirischen Wahllokalen von zu Mittag sprachen von einer leicht rückläufigen Wahlbeteiligung und auffällig wenigen jungen Wählern: "Die Gruppe der Unter-25-Jährigen lässt komplett aus", meinte ein Beobachter. Nicht viel anders waren die Eindrücke in Oberösterreich, wo 1,103.169 Bürger wahlberechtigt sind. "Zäh", "mäßig" und "geht so" war am Vormittag aus den Wahllokalen zu hören.

Das "Wahlwetter" präsentierte sich auch in Niederösterreich am Sonntag mehr als passabel. Die Wahlbeteiligung ließ sich zu Mittag noch nicht einschätzen, dürfte aber gegenüber 2009 leicht zurückgehen. Die Wahlbeteiligung lag in den ersten ausgezählten - kleineren - Gemeinden Tirols dagegen zum Teil über dem Wert von 2009. Auch in Salzburg war die Motiviation größer. Davon ist in Vorarlberg nicht die Rede. Traditionell kann man in Vorarlberg auch bei der EU-Wahl nur bis 13.00 Uhr seine Stimme abgeben. In Kärnten hat es die Wähler auch nicht zu den Urnen getrieben. Für das Burgenland ließ sich noch kein Trend vorhersagen.
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