Politik

Wahldebakel: Burgstaller kehrt Politik den Rücken

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:58

Nach dem historischen Absturz ihrer Partei zieht die Noch-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller persönliche Konsequenzen und verabschiedet sich von der politischen Bühne.

Ihr Nachfolger soll mit Landeshauptmann-Stellvertreter Walter Steidl bereits feststehen.

Salzburgs Noch-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat nach dem SPÖ-Debakel bei der Landtagswahl am Sonntag erwartungsgemäß ihren Rücktritt erklärt. "So, wie es vorher angekündigt war, werde ich mich selbstverständlich aus der Politik zurückziehen", sagte sie am Abend. Sie bemühe sich "aber sehr über um eine geordnete Übergabe" bis zur Bildung der nächsten Landesregierung.

Das Wahlergebnis sei zu respektieren, "ich werde aus der Politik ausscheiden", so Burgstaller. Zur weiteren Zukunft bzw. Regierungsbeteiligung ihrer Partei wollte sie vorerst keine öffentlichen Überlegungen anstellen und verwies auf die anstehenden Gremien-Sitzungen. Ihr Nachfolger soll mit Landeshauptmann-Stellvertreter Walter Steidl aber bereits feststehen.

Partei spendete letzten Applaus

Burgstaller wurde von Hunderten Parteifreunden, Funktionären und Angehörigen dennoch mit Standing Ovations im Parkhotel Brunauer gefeiert. Zuvor war sie am Eingang mit Spalier empfangen worden, an dessen Ende ihr Mann Toni Holzer und weitere Angehörige warteten, die sie mit Umarmung begrüßten.

"Wir alle wollten das Vertrauen der Menschen wieder gewinnen. Das ist noch nicht gelungen, aber ich möchte euch dazu auffordern, nicht locker zu lassen", appellierte Burgstaller. "Ich freue mich, dass wir in den vergangenen Jahren so vielen Menschen helfen konnten, die keine Arbeit hatten, oder keine Ausbildung. Viele Menschen sind dadurch heute ein Stück zufriedener."

Parteien sollen wieder arbeiten

Als sie immer wieder durch langes Klatschen unterbrochen wurde, meinte sie: "Spart mit dem Applaus für Zeiten, in denen es uns wieder besser geht." Heute sei ein harter Tag gewesen, "aber wir wissen, das schweißt uns zusammen". Zum Schluss äußerte Burgstaller noch drei Wünsche. Dass die Partei in Zeiten, in denen Menschen Ängste um die Zukunft und die wirtschaftliche Entwicklung hätten, weiter kämpfe, damit alle Menschen Arbeit haben.

Zweitens wünsche sie sich, dass im Land die Parteien wieder zusammenarbeiten, und drittens, "das die SPÖ weiter zusammenhält. Ich bitte euch inständig, haltets auch in der Zeit zusammen, dann wir die Partei auch wieder wachsen."

Finanzskandal steht hinter der Wahlschlappe

SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann hat das Ergebnis der Salzburger Landtagswahl als direkte Konsequenz des Finanzskandals bezeichnet. Beiden Regierungsparteien habe dieser Einbußen beschert, aber dass es die SPÖ als bisher stärkste Partei "so massiv trifft, zeigt: Mit Steuergeld darf man halt nicht spekulieren", sagte der Bundeskanzler in der "Zeit im Bild".

Für die Nationalratswahl im Herbst will Faymann sich aber demonstrativ nicht entmutigen lassen: Im Herbst gehe es um zentrale Themen, und "das verwechseln die Leute nicht".

Darabos sieht "keine Folgen"

Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos sieht keine Folgen der Salzburg-Schlappe für die Nationalratswahl: "Wir haben einen Sonderfall Salzburg aufzuarbeiten. Ich orte bei den Funktionären aber keine Frustration, weil die Landtagswahl vom Finanzskandal überschattet wurde. Ich sehe da keine Folgen."

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