Wahlkampf-Finale in OÖ: Fausthiebe und Hetzreden

Am Sonntag wird in Oberösterreich gewählt (Heute.at berichtet ab zehn Uhr), zwei Tage vor dem Urnengang geht es noch einmal heiß her. In Neukirchen wurde ein Bürgermeisterkandidat beim Aufstellen einer Werbetafel Opfer einer Faustattacke. Und die FPÖ beging ihren Wahlkampf-Endspurt mit Hassparolen auf Ausländer.

Hitziges Ende des Gemeinderatswahlkampfes in Oberösterreich: In Neuhofen am Walde soll ein Unternehmer einen Bürgermeisterkandidaten mit Faustschlägen verletzt haben, berichtet der ORF. Der Vorfall ereignete sich demnach, als der Politker ein Wahlplakat aufstellen wollte. Die Polizei ermittelt.

HC Strache gegen "Türkenproblem"

Mit deftiger Kost hat die FPÖ ihren Wahlkampf in Oberösterreich Freitagabend im Bierzelt auf dem Urfahraner Jahrmarktgelände abgeschlossen. Bundesparteiobmann Strache und Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner wetterten gegen die politische Konkurrenz sowie Kriminelle, Ausländer und "Sozialschmarotzer".
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung, bei der viel Bier geflossen ist, mit Live-Musik. Bei den vermeintlichen Wahlhelfern, die Kappen mit der Aufschrift "HC mach mir ein Kind, dass nicht alle von die Ausländer sind" verteilt hatten, handelte es sich laut FPÖ um eine Störaktion.
Strache versprach, wenn er etwas zu sagen hätte, die Abschiebung von Kriminellen, "Asylmissbrauchern" und Drogendealern. Ihm sei es gleichgültig, was für eine Hauptfarbe jemand habe, aber "mit denen wollen wir abfahren, mit diesen Verbrechern".
Straches Anti-Ausländer-Parolen konzentrierten sich hauptsächlich auf Attacken gegen Türken. Er meinte sogar, es gebe kein "Ausländerproblem", sondern ein "Türkenproblem". Er ortete Rassismus gegen Österreicher. Im gebrochenem Deutsch hörte sich das aus Straches Mund so an: "Was gucken du so blöd, du wollen Watschen mit Fuß, du Scheiß-Österreicher". Den "türkischen Brüdern" mit dem Taschenmesser zeige er die "Tür hinaus", so der FPÖ-Chef.
Bundeskanzler unterstützt SPÖ

Als letzte haben die Sozialdemokraten ihren Wahlkampf abgeschlossen. Spitzenkandidat Erich Haider warnte vor geschätzten 2.000 Menschen im ÖVP-dominierten Ried im Innkreis neuerlich vor einem "Ausverkauf" des Landes und zeigte sich allen Umfragen zum Trotz optimistisch, den ersten Platz zu erobern. Knappe Unterstützung bekam er von Bundeskanzler SPÖ-Vorsitzendem Werner Faymann, der in einer zehnminütigen Rede ungebremste Spekulationen verurteilte.

ÖVP und Grüne beendeten Wahlkampf schon am Donnerstag

Grüne und ÖVP hatten ihre Schlussveranstaltungen schon am Donnerstag zelebriert. Die Volkspartei veranstaltete eine Riesenparty auf dem Hauptplatz mit rund 15.000 Zuschauern. Landeshauptmann Pühringer warnte dabei neuerlich vor Rot-Blau. Vor drohenden Koalitionen gewarnt wurden die Wähler auch von den Grünen, diese befürchten ihrerseits Blau mit Schwarz oder Rot. Angesichts dieser Koalitionsspiele versuchte sich das BZÖ als einzige Opposition- und Kontrollpartei zu positionieren.

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