Wahlkampffinale in Frankreich

Bild: Reuters

Mit zwei Wahlkampfveranstaltungen im Süden und im Norden Frankreichs haben der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) und sein sozialistischer Konkurrent Francois Hollande (PS) am Samstagabend den Präsidentschaftswahlkampf vor dem ersten Durchgang am morgigen Sonntag abgeschlossen.

Der offizielle Wahlkampf endete am Freitag zu Mitternacht. Hollande rief die Franzosen in der Arbeiterstadt Charleville-Mézières in den Ardennen zu einer "historischen Wahl" auf, indem sie ihn zum zweiten sozialistischen Präsidenten der (seit 1958 bestehenden) Fünften Republik nach Francois Mitterrand (1981-95) küren.

Umfragen: Hollande knapp voran

"Nun ist die Linke an der Reihe zu regieren", betonte Hollande vor rund 4.000 Sympathisanten auf der Place Ducale, vor Sarkozy wo vor fünf Jahren den Wahlslogan "Mehr arbeiten, um mehr zu verdienen" erstmals verwendet hatte. Der 57-jährige frühere sozialistische Parteichef Hollande rief seine Anhänger zu einer massiven Mobilmachung am Sonntag auf, um einen möglichst breiten Vorsprung gegenüber dem amtierenden Präsidenten aufzubauen. Laut Umfragen kann der Sozialist mit bis zu 30 Prozent der Stimmen rechnen gegen 26 bis 27 Prozent für Sarkozy.

Sarkozy, der 2007 triumphal gewählt worden war, bevor er zum unbeliebtesten Präsidenten der Fünften Republik wurde, rief auf einer Wahlveranstaltung in Nizza dazu auf, sich für das "starke Frankreich" zu entscheiden. "Vereint euch, mobilisiert euch, verteidigt euch, ergreift das Wort, lässt euch nicht das Wort nehmen, setzt euren Sieg durch!", gab sich der 57-Jährige bei der Veranstaltung in der Mittelmeerstadt kämpferisch.

Sarkozy gesteht Fehler ein

Zuvor hatte er im Radiosender RTL eine Fehler zu Beginn seines Mandats eingeräumt, weil er dem Präsidentenmandat nicht hinreichend "Würde" verliehen habe. Sarkozy hatte die öffentliche Meinung wiederholt durch seinen Hang zu Luxus und Jet-set-Leben schockiert.

Während dieses Wahlkampfes war es Sarkozy allerdings niemals gelungen, jenen Kontakt mit dem Volk herzustellen, an den er vor fünf Jahren gewohnt war. Wie bereits 2007 versuchte er durch das Versprechen einer strengen Ausländer- und Sicherheitspolitik der extremen Rechten Stimmen abzunehmen.

Dennoch konnte sich Marine Le Pen vom "Front National" (FN) mit rund 16 Prozent der Wählerabsichten an dritter Stelle halten, gefolgt vom Linksaußen Jean-Luc Mélencon von der "Linksfront", der es auf 14 Prozent bringt. Dahinter folgt in den Umfragen mit rund zehn Prozent der zentrumsbürgerliche Kandidat des "Mouvement Démocrate" (MoDem), Ex-Erziehungsminister Francois Bayrou.

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