Wahre Fahrfreude mit dem BMW M850i

Nach einer ersten Ausfahrt mit dem neuen 8er Gran Coupé im verschneiten Sölden im Winter nahmen wir die große Limousine genauer unter die Lupe.
von
Jörg Michner

Das 8er Gran Coupé startet als 840i mit 340 PS bei 102.750 Euro. Wir fuhren aber die Spitzenversion, den M850i mit Allrad und Achtgangautomatik, den es ab 143.250 Euro gibt. Dank einer langen Liste von Extras kommt der Preis eines Mittelklassewagen dazu und so stehen am Schluss 194.073 Euro da. Man wird den M850i also nicht zu häufig in freier Wildbahn antreffen.

Massenhaft Power

Für dieses Geld bekommt man aber natürlich auch so einiges geboten: Den sportlichen Teil übernimmt der 4,4 Liter große V8-Motor mit zwei Turboladern, der 530 PS und 750 Nm maximales Drehmoment leistet. Damit sind auch die 2 Tonnen Eigengewicht kein Problem und der Wagen schiebt heftig an, bleibt aber dank der bewährten BMW-Fahrwerktechnologie stets sicher und gut auf der Straße. Wie eigentlich immer bei den Bayern macht das Fahren Spaß, wenn man für genug Power zahlt.

Im Fall des Gran Coupé kommt aber noch hinzu, dass alles dabei ist, was man für komfortables Fahren braucht. Nicht nur was die Sitze betrifft, sondern die gesamte Bedienung und Features, von denen wir uns ein paar genauer anschauen wollen.

Kalt-warm

Zunächst einmal, das einzige, das uns bei unserem Testfahrzeug gefehlt hat, sind Massagesitze, die wir nach dem Besuch eines Napalm-Death-Konzerts gerne in Anspruch genommen hätten. Aber zumindest haben uns die Klimasitze wieder ordentlich runter gekühlt. Sonst ist alles da, was man sich nur denken kann.

Geheizt kann das Popscherl übrigens nicht nur vorne sondern auch hinten werden, wo gute Beinfreiheit dank des 20 Zentimeter längeren Radstands gegenüber dem normalen 8er herrscht. Allerdings nur für zwei, denn die Mittelkonsole mit ihren Bedienelementen für die Klimaanlage erstreckt sich bis zur Rückbank.

Sicher unterwegs

Einige Dinge haben uns aber besonders gefallen, viele davon allerdings optional. Dafür gibt es sie aber auch in fast allen anderen, günstigeren Modellen von BMW. Das Laserlicht, das bis zu 500 Meter weit strahlt, macht die Nacht zum Tag. Und wenn das nicht reicht, dann gibt es noch ein Nachtsichtgerät in der Frontkamera. Außerdem werden nachts Personen am Straßenrand extra ausgeleuchtet und so meist gehörig erschreckt. Aber es dient ja immerhin deren Sicherheit.

Die wird übrigens bei BMW groß geschrieben: Wenn man bei laufendem Motor die Tür öffnet, dann blinken die Leisten des Ambientelichts rot, um vorbeifahrende Autos zu warnen. Und dann gibt es noch die hervorragend funktionierenden Fahrassistenten. Der Wagen warnt am volldigitalen Display und am Head-Up-Display optisch und akustisch vor Stopptafeln, roten Ampeln und anderen Verkehrsteilnehmern.

Mitgedacht

Der Spurhalteassistent arbeitet nicht nur auf der Autobahn sehr gut, sondern mittlerweile auch ziemlich alltagstauglich in der Stadt und auf der Landstraße. Wir haben ihn fast ständig an und haben bald großes Vertrauen entwickelt, denn er denkt gut mit. Merkt er etwa, dass er eine Kurve nicht schafft, dann übergibt er bereits vorher (mit zwei gelben Warnleuchten am Lenkrad) zurück an den Fahrer – und nicht erst wie bei den meisten Fahrzeugen, die es - solange es geht - probieren und dann in der Mitte der Kurve überraschend abschalten.

Dementsprechend beschleunigt der adaptive Tempomat auch nicht blind in die Kurve hinein, wenn das Auto davor schon ums Eck ist, sondern fährt ruhig weiter, bis die Straße wieder gerade wird. Somit fährt man nicht nur gerne mit dem M850i, man lässt sich auch gerne von ihm fahren.

Heavy Metal, Baby

Ach ja, eine Sache haben wir noch vergessen, die wir niemandem vorenthalten wollen. Als wir den Sprachassistenten, der irgendwann einmal so gut wie Alexa, Siri und Co. funktionieren soll, einem Beifahrer vorgeführt haben, hat der verständlicherweise ein bisschen rumexperimentiert.

Daraus ergab sich folgender Dialog:
Michi: "Spiel was von Slayer!"
M850i: "Aber du sitzt doch schon in einem BMW, wieso hast du da noch Rachegelüste?"

Nein, wir konnten es zunächst auch nicht glauben. Und auch nicht mehr reproduzieren. Aber offenbar haben die KI-Entwickler bei BMW Humor und dafür gibt es einen großen Pluspunkt.

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