Die Einsatzkräfte im Westen der Region Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen Ávila und Toledo haben bei der Bekämpfung der heftigen Waldbrände weitere Fortschritte gemacht. Am Dienstag konnten sich die Flammen laut Innenminister Fernando Grande-Marlaska nicht weiter ausbreiten. Er zeigte sich zuversichtlich, dass trotz der für heute erwarteten hohen Temperaturen die Arbeiten zur Ablöschung der letzten Glutnester und die Sicherung der betroffenen Gebiete starten können. Wie NTV berichtet, hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez zuvor gesagt, man könne bereits "Licht am Ende des Tunnels sehen".
Mehr als 50.000 Menschen aus den Gebieten rund um Madrid kehren seit Dienstagabend langsam wieder in ihre Häuser zurück, weil sich die Lage stabilisiert hat. Trotzdem sind noch rund 40.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Doch auch für diese Menschen soll es bald gute Nachrichten geben, wie Sprecher der Einsatzkräfte versichern.
Sorgen bereitet allerdings der Waldbrand in der Provinz Castellón im Osten Spaniens. Dort sind die Flammen weiterhin außer Kontrolle. Im Gebiet Vall d'Uixó hat das Feuer bisher rund 10.000 Hektar Wald- und Buschland zerstört. Seit dem Wochenende mussten dort etwa 16.000 Menschen ihre Häuser verlassen, viele konnten aber mittlerweile wieder zurückkehren.
Die nächsten zwölf Stunden sind laut Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez "entscheidend" für den weiteren Verlauf der Brände nahe Madrid. "Die Dinge entwickeln sich positiv, wenn auch größte Vorsicht geboten ist", sagte Sánchez vor Ort. "Ich glaube, die kommenden zwölf Stunden werden sehr wichtig sein", betonte er. Sie würden "entscheidend dafür sein, die Arbeit des Zivilschutzes zu konsolidieren", so der Regierungschef weiter. Schon am Dienstag hatte Sánchez erklärt, er sehe "Licht am Ende des Tunnels". Nach tagelangen Bränden habe sich die Lage etwas entspannt und in der Nacht sei es laut Behörden zu keinem erneuten Aufflammen der Feuer gekommen.
Spanien erlebt derzeit eine der schlimmsten Waldbrandserien der jüngeren Geschichte. Besonders in Ávila wurden nach ersten amtlichen Schätzungen fast 50.000 Hektar zerstört – das entspricht etwa 500 Quadratkilometern und ist fast so groß wie der Bodensee. Damit ist dieses Feuer das größte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1968. Bekannte Touristenorte sind bisher aber verschont geblieben.