Niederösterreich

Waldhäusl-Prozess: "Schließung nach Medienhysterie"

Fortsetzung im Amtsmissbrauchs-Prozess gegen FP-Asyllandesrat Gottfried Waldhäusl und eine Beamtin (54) am Donnerstag in St. Pölten.

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Gottfried Waldhäusl in St. Pölten vor Gericht
Gottfried Waldhäusl in St. Pölten vor Gericht
privat

Die Befragung des 56-jährigen FP-Politikers und der ehemaligen Landesbediensteten (54) wurde nun am Landesgericht St. Pölten fortgesetzt. 

Sicherheitsaspekt

Denn laut Bericht der Kinder- und Jugendwohlfahrt hätte es im Asylheim Drasenhofen Verschmutzungen und einen Stacheldraht gegeben. Waldhäusl hatte bereits am Mittwoch darauf hingewiesen, dass die Jugendlichen problematisch gewesen sein sollen und der Sicherheitsaspekt, nämlich die Sicherheit der anderen Jugendlichen, der Betreuer sowie der Bevölkerung, im Vordergrund gestanden hatte - mehr dazu hier. Und Verschmutzungen seien sicherlich bei Erstbezug des Lagers keine aufgefallen.

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    Der Landesrat kurz vor dem Prozessbeginn.
    Der Landesrat kurz vor dem Prozessbeginn.
    Lenger

    Das Quartier sei unter Privatwirtschaftsverwaltung gestanden. Und nach Medienberichten sei laut Waldhäusl eine Hysterie ausgebrochen und es sei ein falsches Bild vermittelt worden. Und: "Wünsche oder politische Weisungen gab es von mir nicht", so der FP-Landesrat.

    "Mich treffen Vorwürfe hart"

    Die mitangeklagte Beamtin (54), die 15 Jahre in der Flüchtlingsbranche tätig war, meinte gestern: "Mich treffen diese Vorwürfe extrem. Die Anschuldigungen sind falsch. Mir werden Dinge angedichtet, für die ich gar nicht zuständig war, weil ich diese nur als Unterstützung für meinen Chef durchgeführt habe." Und ihr ehemaliger Chef habe einmal gesagt, man müsse tun, was der Landesrat, egal welcher, möchte. Verunreinigungen seien ihr übrigens nicht aufgefallen. "Das war eine normale Unterkunft für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge", so die Ex-Beamtin.

    Dass sie ein Mail verfälscht weitergeschickt haben soll, um so den Verdacht auf den Chef zu lenken, erklärte sie so: "Das Postfach war wegen der großen Datenmenge lahmgelegt. Ich habe die Nachricht nur verkürzt, in der Hoffnung, dass die Mail dann rausgeht."

    Ein Urteil wird im Frühjahr 2022 erwartet, es drohen bis zu fünf Jahre Haft. Es gilt für beide Angeklagten die Unschuldsvermutung.

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      Eine Handvoll Demonstranten fand sich vor dem St. Pöltner Gericht ein.
      Eine Handvoll Demonstranten fand sich vor dem St. Pöltner Gericht ein.
      Lenger