Bürgermeister will Abschiebung verhindern

Weil ein 15-jähriger behinderter Bub nach Pakistan abgeschoben werden soll, regt sich Widerstand. Der Bürgermeister von Waldhausen kämpft um Harum.

Er ist auf dem Entwicklungsstand eines Kindergartenkindes, ist traumatisiert und leidet zudem an einer Skoliose, einer dreidimensionalen Fehlstellung der Wirbelsäule und einer Fehlstellung des rechten Mittelfingers.

Der 15-jährige Harum A. flüchtete mit seiner Familie aus seinem Heimatland Pakistan. Dort lebte er im von den Taliban beherrschten Grenzgebiet zu Afghanistan und wurde wegen seiner Behinderung gequält, verspottet und sogar körperlich verletzt.

In Österreich fühlt sich der 15-Jährige sichtlich wohl, macht Fortschritte und wird in einem Therapiezentrum speziell betreut. Doch nun soll die ganze Familie abgeschoben werden, weil der Asylbescheid negativ ausgefallen ist ("Heute" berichtete).

Intervention im Innenministerium



Doch Waldhausen (Bez. Perg) kämpft um Harum. Bürgermeister Franz Gassner (ÖVP) erklärt im Interview mit ORF Oberösterreich, dass man beim Innenministerium in Wien intervenieren werde. "Denn gerade wenn ein behindertes Kind auch da ist, ist es, glaube ich, für uns als Gesellschaft ganz wichtig, dass man dieser Familie – und speziell diesem Kind – auch dementsprechend Hilfe zukommen lassen kann", sagt er.

Aus dem Innenministerium hatte es zuvor geheißen, dass man Erkrankungen grundsätzlich in einen Asylbescheid einfließen lasse. Zum konkreten Fall dürfe man aus rechtlichen Gründen nichts sagen.

(gs)

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Gottfried WaldhäuslGood NewsOberösterreich

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