Österreich

Wann heuer die Eisheiligen kommen

Heute Redaktion
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Die Tage der Eisheiligen finden regional unterschiedlich an drei bis fünf Tagen Mitte Mai statt. Die Bezeichnung geht auf jahrhundertelange Erfahrung und Wetterbeobachtung zurück.

Ab spätestens Mittwoch soll es mit den frostigen Temperaturen vorbei sein, Frühlingswetter setzt sich durch. Aber Achtung: Die Eisheiligen stehen uns noch bevor. Vor diesen Tagen sollte man noch keine Pflanzen in die Erde graben.

Immer wieder gibt es Jahre, in denen bis Mitte Mai noch sehr tiefe Temperaturen auftreten können. Wetterstatistisch gesehen ist eher der Zeitraum vom 21. Mai bis 23. Mai anfällig für Frost, also neun Tage später. Das deutet auf eine Entstehung der Wetterregel um ca 2-3 Jahrhunderte vor der gregorianischen Kalenderreform hin.

Die Eisheligen 2018

Mamertus –Freitag, 11. Mai 2018

Pankratius – Samstag, 12. Mai 2018

Mamertus – 11. Mai
Mamertus war ein katholischer Bischof, der um 400 nach Christus in Lyon geboren wurde. Er galt als umfassend gebildet. Um 461 wurde er Erzbischof von Vienne. Nach erheblichen Zerstörungen in seinem Erzbistum führte Mamertus die drei Bittgänge ein, die auch heute noch vor dem Fest Christi Himmelfahrt durchgeführt werden. Der Überlieferung nach soll der Erzbischof auch öfters Wunder vollbracht haben, etwa eine Feuerbrunst zu stoppen. Er wird bei Fiebererkrankungen, großen Dürren und Erkrankungen der Brust um Beistand angerufen.

Pankratius – 12. Mai
Der heilige Pankratius wurde um 290 in Phrygien geboren, was in der heutigen Türkei liegt. Sein Name bedeutet Der Alles Besiegende.

Servatius – 13. Mai
Den Legenden nach war Servatius Bischof des in dem heutigen Belgien gelegenen Bistums Tongern. Servatius lebte demnach von 340 bis 384 nach Christus. Er soll den Hunneneinfall in Europa vorhergesagt haben, der tatsächlich um 450 stattfand. Angeblich wurde er mit einem Holzschuh erschlagen. Üblicherweise wird bei Fußkrankheiten, Frostschäden und Rattenplagen um seinen Beistand gebeten.

Bonifatius von Tarsus – 14. Mai
Überlieferungen nach wurde Bonifatius in Rom geboren und starb wohl um 306 in der heutigen Türkei. Angeblich war er anfangs kein Christ, sollte aber christliche Reliquien aus Tarsus in der heutigen Türkei nach Rom überbringen. Dort erlebte er mit, wie Christen verfolgt werden und ließ sich aus Empathie ebenfalls taufen. Er stand zu seinem Glauben und wurde schließlich dafür durch siedendes Pech hingerichtet. Sein Name bedeutet so viel wie der gutes Geschick verheißende.

Sophia von Rom – 15. Mai
Auch als kalte Sophie bekannt, ist Sophia von Rom die letzte der fünf Heiligen. Sie starb um 304 nach Christus als frühchristliche jungfräuliche Märtyrerin. Die heilige Sophia von Rom wird oftmals gegen Spätfröste angerufen und um eine gute Ernte zu erbitten.

Servatius – Sonntag, 13. Mai 2018

Bonifatius – Montag, 14. Mai 2018

Kalte Sophie – Dienstag, 15. Mai 2018

Voriges Jahr kam es bereits im Zeitraum 18. bis 23. April 2017 zu einem massiven Kälteeinbruch, in vielen Orten in Österreich wurden die bisherigen Messwerte für die tiefsten Temperaturen im April unterschritten. Obst- und Weinbauern kämpften mit verschiedensten Methoden (Strohfeuer, s.o.) gegen die tiefen Temperaturen. Rund um den 11. bis 15. Mai war es im Jahr 2017 ausgesprochen mild. Allerdings gab es zum Beispiel im Jahr 2011 auch eine Woche später noch einen starken Kälteeinbruch.

Bauernregeln zu den Eisheiligen

- Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.

- Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.

- Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.

- Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.

- Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie, die Kalte Sophie.

- Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.

- Pflanze nie vor der Kalten Sophie. Mamerz hat ein kaltes Herz.

(red)