Sensationelle DNA-Studie

War Britannien vor den Römern matriarchal?

Eine DNA-Analyse aus England deutet auf eine von Frauen dominierte Gesellschaft in der Eisenzeit hin - inklusive möglicher Vielmännerei.
Technik Heute
16.08.2026, 15:11
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Vor der Ankunft der römischen Invasoren im ersten Jahrhundert könnte die Gesellschaft in Britannien stark von Frauen geprägt gewesen sein. Das zeigen DNA-Untersuchungen von Proben aus Gräbern in England, die ein Team um den Genetiker David Reich von der Harvard-Universität durchgeführt hat.

Die Archäologin Rachel Pope von der Universität Liverpool bezeichnet die Studie als bedeutsam - sie könnte das Verständnis der Eisenzeit grundlegend verändern. Allerdings erschien die Studie bisher nur als sogenannter Preprint, unabhängige wissenschaftliche Gutachten stehen noch aus.

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Während Frauen offenbar in ihrem Geburtsort blieben, zogen die Männer um, heißt es im Spiegel. Fachleute sprechen von einer matrilokalen Struktur. Historisch bekannt war bereits die Heerführerin Boudicca, die einen Aufstand gegen die römischen Invasoren anführte.

Hinweise auf Vielmännerei

Doch die Forscher fanden noch mehr: Frauen hatten offenbar Kinder mit mehr als einem Mann. Das könnte auf serielle Monogamie hindeuten - oder auf eine polyandrische Lebensweise, also Frauen mit mehreren Partnern gleichzeitig.

Zudem hatten Nachkommen aus derselben mütterlichen Linie untereinander keine Kinder. Das belegt, dass die Menschen detailliertes Wissen zur Abstammung speziell der Frauen weitergegeben hatten. Im 20. Jahrhundert war unter Anthropologen noch die Annahme vorherrschend, dass eisenzeitliche Gemeinschaften patriarchal waren - diese Sicht muss nun möglicherweise revidiert werden.

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