Auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende begeistert Friends ein Millionenpublikum, und das längst nicht nur jenen, die die Serie damals im TV verfolgt haben. Gerade Menschen, die erst nach dem Serienfinale 2004 geboren wurden, entdecken die Sitcom heute neu für sich.
Der Grund liegt laut Lisa Kudrow (62) auf der Hand. Die Serie zeige eine Welt, die es so heute kaum noch gibt. "Friends hat eine Art Unschuld eingefangen, die eine jüngere Generation vielleicht nie selbst erlebt hat", erklärt sie im Gespräch mit der Londoner Zeitung "The Times". Gemeint ist das Leben ohne Smartphones, stattdessen mit echten Gesprächen, Lachen und Flirten auf dem berühmten Sofa im Central Perk.
Doch so unschuldig, wie es auf dem Bildschirm wirkt, war es hinter den Kulissen nicht. "Da ist definitiv gemeines Zeug vorgefallen", so Kudrow im Interview und bezog sich dabei vor allem auf den "Writers' Room" im Warner-Brothers-Studiokomplex, in dem "vor allem Männer" gearbeitet haben.
"Wenn man einen der Texte der Autoren vermasselte oder nicht die perfekte Reaktion darauf gab, sagten sie Sachen wie: 'Kann die Schlampe nicht verdammt noch mal lesen? Sie gibt sich nicht mal Mühe. Sie hat meinen Text vermasselt'", offenbart die Schauspielerin.
Doch das war noch nicht alles: "Wir wussten, dass die Männer später im Hinterzimmer bis spät in die Nacht ihre sexuellen Fantasien über Jennifer (Aniston) und Courteney (Cox) ausdiskutieren würden. Es war heftig."
Im Jahr 1999 kam es sogar zu einem Gerichtsverfahren wegen sexueller Belästigung, das von der Autorenassistentin Amaani Lyle angestrengt wurde. Laut Lyle sprachen die Autoren von "Friends" darüber, mit Aniston und Cox zu schlafen, Masturbation vorzutäuschen und Oralsex zu erhalten.
Der Prozess ging jedoch zugunsten der Produktion aus und wurde damals als Sieg für kreative Freiheit gewertet.