Im Skisport werden schwere Verletzungen oft mit aggressivem Material, schwierigen Pisten oder hohen Geschwindigkeiten erklärt. ÖSV-Newcomerin Leonie Zegg sieht die Ursache ihres schweren Sturzes jedoch bei sich selbst. Die 21-jährige Vorarlbergerin spricht mit der "Krone" offen über den Zwischenfall in Val di Fassa und ihren Weg zurück.
Beim Europacup-Finale in Saalbach wurde ihr besonders bewusst, was sie verpasst. "Da sind schon ein paar Tränen geflossen", gesteht Zegg. Anfang März hatte sie sich bei der Weltcup-Abfahrt im Fassatal am Zielsprung das Kreuzband und den Innenmeniskus im linken Knie gerissen. Dabei hatte sie sich zuvor mit ihrem ersten EC-Sieg in St. Moritz in eine starke Position gebracht und noch Chancen auf einen Fixplatz im Weltcup gehabt. "Natürlich ist es hart, nicht dabei sein zu können aber das ist nicht mein großes Karriereziel."
Die Operation in Imst verlief erfolgreich, aktuell liegt der Fokus auf der Rehabilitation. In ihrer Heimat Lech machte Zegg zuletzt schnelle Fortschritte, nun steht ein mehrwöchiger Rehablock in Bad Hofgastein an. Ihre Analyse des Sturzes fällt dabei selbstkritisch aus: "Das war ein klarer Fahrfehler. Ich war zu weit hinten. Daran muss ich arbeiten, um solche Situationen künftig zu vermeiden."
Trotz Rückschlag blickt die junge Speedfahrerin nach vorne – sowohl auf ihr Comeback als auch auf private Pläne. Neben der Ausbildung zur Justizwachebeamtin freut sich Zegg auch auf einen ersten gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund, Skispringer Jonas Schuster.