Horst Lichter spricht offen über den dunkelsten Moment seines Lebens – und darüber, warum er sich damals gegen das Aufgeben entschied. Der TV-Liebling, der heute in "Bares für Rares" mit Humor und guter Laune punktet, stand Anfang der 90er-Jahre vor einem Scherbenhaufen – finanziell wie psychisch.
Im Interview mit der "Zeit" schildert Lichter Gedanken, die ihn damals begleiteten: "Wenn du jetzt verunfallst, so war meine Idee, hast du eine Lebensversicherung. Dann merkt kein Schwein was von deinen finanziellen Problemen, und es sagen alle: Oh Gott, der Arme."
Dass es überhaupt so weit kommen konnte, hatte mehrere Gründe. Seine erste Tochter starb früh, mit 26 verlor er seinen Vater. Zwei Jahre später überlebte Lichter nur knapp einen Gehirnschlag und einen Herzinfarkt. Die wohl schwerste Krise folgte jedoch mit seiner damaligen Gaststätte "Oldiethek".
Ein enger Vertrauter hatte ihn hintergangen, die Buchhaltung lag am Boden, gleichzeitig stellte das Finanzamt Forderungen, die er nicht bezahlen konnte. "Ich war nicht nur platt, ich war plattplatt", erinnert sich Lichter.
In dieser Zeit fuhr der heutige Moderator mit seinem Motorrad durch die Eifel – voller Verzweiflung und mit düsteren Gedanken. Doch genau dort änderte sich alles. Lichter stoppte, rauchte eine Zigarette und fasste einen Entschluss. "Ich dachte, was würde alle, die vielleicht lachen, am meisten ärgern? Wenn du es schaffst."
Gemeinsam mit seiner heutigen Frau Nada kämpfte er sich zurück. "Wir haben rigoros alles verkauft, was wir entbehren konnten. Sie hatte etwas gespart, das hat sie auch noch gegeben, obwohl sie nicht wusste, ob sie das jemals wiederkriegt. Wir haben jeden Mitarbeiter entlassen und gemeinsam Tag und Nacht in der Oldiethek malocht", erzählt Lichter.
Heute weiß der 64-Jährige, was ihn damals weitermachen ließ: "Ich wollte leben. Ich wollte auch wieder lachen."