Österreich

War Wettbüro-Überfall ein gezielter Anschlag?

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:21

Bei einem Überfall auf eine Wettpunkt-Filiale in Wien-Margareten ist Dienstagfrüh ein Mitarbeiter angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Da das Opfer jeden Tag um die gleiche Zeit ins Wettbüro kam, könnte es sich auch durchaus um einen gezielten Anschlag gehandelt haben.

Bei einem Überfall auf eine Wettpunkt-Filiale in Wien-Margareten ist Dienstagfrüh ein Mitarbeiter angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Da das Opfer jeden Tag um die gleiche Zeit ins Wettbüro kam, könnte es sich auch durchaus um einen gezielten Anschlag gehandelt haben.

Drei mit sportlich bekleidete Täter mit Baseballkappen betraten gegen 6.15 Uhr das Lokal in der Reinprechtsdorferstraße 8. Nach Angaben der Polizei war mindestens einer der Männer bewaffnet. Er dürfte sofort auf den Wettpunkt-Mitarbeiter geschossen haben, der mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Der Mann schwebte zu Mittag in Lebensgefahr. Laut AKH-Sprecherin Karin Fehringer wurde an dem Mann eine Notoperation durchgeführt. Er war von mehreren Schüssen getroffen worden, unter anderem im Bauchbereich, was vor allem kritisch sein dürfte.

Opfer ist Geldbote

Die Täter erbeuteten Bargeld in unbekannter Höhe und flüchteten. Bei dem angeschossenen Mitarbeiter der Wettpunkt-Filiale handelt es sich laut Zeugenaussagen um einen Boten, der jeden Tag um die selbe Zeit in das Geschäft gekommen ist, um die Tageslosung abzuholen. Daher liegt der Verdacht nahe, dass der Anschlag geplant war. Das Opfer ist nach Informationen der Polizei von mehreren Projektilen getroffen worden.

Arbeitskollege des Opfers: "Hoffentlich kommt er durch"

Neben dem 49-jährigen Geldboten befand sich ein weiterer Mitarbeiter der Wettbüro-Filiale im Geschäft, der nach den Schüssen sofort den Besitzer einer gegenüberliegenden Bäckerei alarmierte. Schwer betroffen zeigte sich unterdessen der Mitarbeiter einer anderen Wettpunkt-Filiale in Wien von den Schüssen in Margareten.

Er kenne den angeschossenen Geldboten gut, sagte er. "Ich wollte meine Kollegen in der Früh besuchen, weil ich dort gleich ums Eck wohne", erzählte er. Auch das Opfer kenne er: "Fürchterlich. Hoffentlich kommt er durch. Er hat sicher Familie - Frau und Kinder."

Zufällig noch schnell zur Trafik gegangen

"Wenn ich gleich in das Lokal gegangen wäre, wäre ich unter Umständen auch in den Überfall geraten", meinte der Wettpunkt-Mitarbeiter. "Aber ich musste in die Trafik, mein Feuerzeug anfüllen lassen." Er war sich sicher, dass die Täter den Zeitplan des Angeschossenen gekannt hatten. Dieser sei dort jeden Tag in der Früh etwa zur selben Zeit hingekommen, um das Geld abzuholen. "Aber dass die gleich losschießen? Da muss irgendwas gewesen sein. Vielleicht wollte er das Geld nicht herausgeben", vermutete der Kollege.

Opfer selbst war unbewaffnet

Warum der Raubüberfall eskalierte und der Mann mehrfach angeschossen wurde, ist noch unklar. Entgegen ersten Spekulationen hatte der Angestellte selbst nämlich keine Waffe und schoss daher auch nicht auf die Räuber. Ob einer der Täter auch verletzt wurde, ist derzeit noch unklar.

Die Alarmfahndung der Polizei läuft. Der Überfall wurde vermutlich von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Die Auswertung der Bilder war vorerst im Gange.

Täterbeschreibung:

Alle drei Täter werden als junge Männer im Alter von 25-35 Jahren beschrieben; alle drei schlank und sportlich. Sie trugen Jeans, langärmlige Oberbekleidung und Baseballkappen. Einer der Männer hatte einen Kapuzenpullover getragen.

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