Klimawandel: "32 Grad am Vormittag sind nicht normal"

Klimaexperte Marcus Wadsak weiß, Häufigkeit extremer Hitze hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen.
Klimaexperte Marcus Wadsak weiß, Häufigkeit extremer Hitze hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen.Andreas Tischler
Die heißesten Juni-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnung entfallen auf die letzten 12 Jahre. Kein Zufall – Hitzetage werden immer häufiger.

"Es wird warm und immer wärmer. Grund ist der menschengemachte Klimawandel", twitterte Meteorologe Marcus Wadsak vor kurzem. Heiße Junitage gab es schon immer. Ende des achtzehnten Jahrhunderts beispielsweise haben die Menschen genauso wie wir jetzt an mehreren super heißen Tagen in Folge geschwitzt. Dann war aber wieder für einige Jahrzehnte moderates Sommerklima angesagt.

Wadsak stellte eine Grafik online. In dieser ist ersichtlich: In der Zeit zwischen 1875 bis Ende der 1990er-Jahre gab es sogar nur einen extremen Hitzeausreißer. Aber was seither passiert, ist nicht mehr normal. Die Hitzetage kommen immer häufiger, die Regenerationszeiten zwischen den Hitzeperioden werden immer kürzer. Die Grafik zeigt das deutlich. 

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"Von Normalität sprechen wir bei 32 Grad am Vormittag schon lange nicht mehr", so Wadsak, als der erste Hitzerekord dieses Frühjahrs mit über dreißig Grad schon in den Morgenstunden erreicht war.

Auch mehr Tropennächte

Geht das so weiter? "Das wissen wir nicht", so Marcus Wadsak, "der Sommer lässt sich nicht vorhersagen. Was wir aber mit Sicherheit sagen können, ist, dass die Zahl der heißen Tage steigt", so Wadsak. So sind 40 Hitzetage pro Jahr inzwischen keine Überraschung mehr und auch die Zahl der Tropennächte, in denen es nicht unter 20 Grad abkühlt, wird zunehmen im Zeitalter des menschengemachten Klimawandels, so die Prognose des Wetterexperten.

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