Warme Erdäpfel beim Heurigen sorgen für Wirbel

35 Jahre lang hat ein Heurigenbetrieb in Kuffern im Traisental (Bezirk St. Pölten) zum Sturm warme Erdäpfel mit Butter serviert. Aus Angst vor einer Anzeige, die auch Geldstrafen mit sich ziehen können, kommt der traditionelle Gaumenschmauß heuer nicht mehr auf den Tisch.

Denn einer Buschenschank ist es per Gesetz nicht erlaubt, warme Speisen zu servieren. Bei Nichteinhalten drohen sogar Geldstrafen von bis zu 3.600 Euro. Maria Schreiner von der niederösterreichischen Wirtschaftskammer sagt, dass dementsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen schon seit Jahrzehnten gelten.

Heurige, die warme Erdäpfel mit Butter servierten, verstießen mit der Tradition also gegen diesen rechtlichen Rahmen. Auf Unverständis stößt das von der Speisekarte gestrichene Schmankerl bei der Kundschaft. Stefan Aigner aus Kuffern ist verzweifelt: "Die Gäste beschweren sich schon immer, warum es keine Kartoffeln gibt."

Wirt als Feigling abgestempelt

Josef Deißenberger aus Krems gilt bei Teilen seiner Gäste nun als Feigling. In einem Interview mit dem ORF sagt er: "Meine Gäste haben mich eigentlich als Feigling hingestellt, ich habe Anrufe bekommen, ich habe mir Mühe gegeben, den Gästen das beizubringen, aber die haben mich immer als Feigling abgestempelt. Das haben sie nicht verstanden, dass das unter warmen Speisen geführt wird."

Angesichts der drohenden Strafen sollte der Verzicht auf die dampfenden Erdäpfel allerdings verständlich sein.
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