Netrebko-Revolte? ORF spielt Film statt "Tosca"

Premiere der Oper Tosca im Großen Festspielhaus Salzburg:  v.l. Regisseur Michael Sturminger, Anna Netrebko und Dirigent Marco Armiliato 
Premiere der Oper Tosca im Großen Festspielhaus Salzburg:  v.l. Regisseur Michael Sturminger, Anna Netrebko und Dirigent Marco Armiliato Franz Neumayr 21.8.2021
Die Kritiken waren toll, die Vorfreude war groß: Die für Freitag geplante Übertragung von „Tosca“ mit Anna Netrebko wurde kurzfristig gestrichen. 

War es tatsächlich „Tosca“-Hauptdarstellerin Anna Netrebko (49) selbst, die mit ihrer - eigentlich umjubelten - Performance als Tosca in Salzburg am letzten Samstag nicht zufrieden war und deshalb ihre Zustimmung zur zeitversetzten Liveübertragung übermorgen um 20.15 Uhr in ORF 2 verweigerte?

Zumindest sagt das der Salzburger Flurfunk. Der ORF wurde von seinen Partnern bei den Festspielen und der Produktionsfirma Unitel im Wesentlichen vor vollendete Tatsachen gestellt und lediglich informiert, dass die Übertragung entfallen würde. Keine Frage, dass die Verantwortlichen am Küniglberg über diese Absage alles andere als erfreut waren, denn die Ausstrahlung mit Anna Netrebko und ihrem Ehemann Yusif Eyvazov hätte sicher gute Quoten eingefahren.

Als Begründung wurde auch dem ORF genannt, dass die gesamte TV-Produktion, sowohl am Freitag, als auch bei der gestrigen Aufführung, die als Backup gedient hätte, "aus organisatorischen und dispositionellen Gründen abgesagt werden musste." Unter vorgehaltener Hand wird aber auch hier vermutet, dass die Absage wohl auch mit Anna Netrebkos Befindlichkeit zu tun haben dürfte.  

Auf Nachfrage bei den Salzburger Festspielen wird nur bestätigt, dass es eine Ansammlung von Einzelheiten war, die zum Bedauern aller zur Absage der Ausstrahlung geführt hat. War eine dieser Einzelheiten Netrebkos Unzufriedenheit mit sich selbst? Frau Netrebko sei einzigartig und unvergleichlich, stellt man sich hier vor die Diva, ohne dabei konkreter zu werden.

Statt der drei am Ende toten Hauptfiguren von „Tosca“ sieht man dann am Freitag um 20.15 Uhr in ORF 2 nun eine alte Folge von „Die Toten von Salzburg“. Diese Auswahl ist natürlich purer Zufall...

Keine "Tosca", aber trotzdem großartige Performances von Anna Netrebko

Wer sich aber schon komplett darauf gefreut hat, Anna Netrebko am Freitag Abend in einer Traumpartie brillieren zu sehen, der hat hier mit "La Traviata" (2005) trotzdem die Gelegenheit dazu, denn ARTE Concerts öffnet jetzt seine gratis seine Salzburg-Archive. Ebenfalls großartig war "La Anna" auch beim gemeinsamen Arienabend mit ihrem Yusif bei den Festspielen 2020.  

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