Am Montagabend verkündet Zinedine Zidane, was alle im Saal erwarteten. Karim Benzema ist der Gewinner des Ballon d’Or 2022. Der Franzose bekommt von seinem Landsmann und ehemaligen Trainer die goldene Kugel für den besten Spieler überreicht.
Die Freude beim 34-Jährigen ist groß, auf der Bühne strahlt der Superstar um die Wette. Das Publikum applaudiert. Benzema bedankt sich und meint: "Meine Arbeit hat sich ausgezahlt. Ich bin sehr glücklich." Auch auf sein Alter wird er angesprochen: "Das Alter spielt gar keine Rolle." Mit 34 Jahren ist er der älteste Preisträger seit 1956. Alles gut also? Nicht ganz.
So ist Thibaut Courtois, der den Yashin-Award für den besten Goalie der Saison gewinnt, sauer. Mit seinen Paraden hatte er großen Anteil an der Riesen-Saison von Real Madrid. Aus diesem Grund meint er nach der Verleihung: "Ich sehe den Ballon d’Or als unmöglich zu gewinnen. Du gewinnst die Liga und die Champions League, dein Team gewinnt dank deiner Paraden und dann wirst du nur Siebter?" Beim Radiosender Onda Cero führt der Benzema-Teamkollege aus: "Als Torwart kannst du nicht mehr tun. Den Ballon d’Or bekommt in der Regel ein Stürmer." Er habe erwartet, unter den fünf Besten zu sein.
Auch Toni Kroos spottet über die Auszeichnung – aber nicht wegen der Platzierung von Courtois. Der Deutsche kann die Wahl des Team des Jahres überhaupt nicht verstehen. Diesen Preis räumt Manchester City vor dem FC Liverpool ab – und Real Madrid. So meint der Real-Star sarkastisch: "Herzlichen Glückwunsch an Real Madrid, dafür, die drittbeste Mannschaft der Welt zu sein!" Und auf Twitter postet er einen Tweet, der vor Ironie nur so trieft: "Drittbestes Team in 2021/22 – glücklich, Real Madrid?"