Wien

Warum der Ansturm auf Massentests in Wien ausblieb

In sechs von neun Bundesländern sind die Massentests am Sonntag zu Ende gegangen. In Wien nahmen nur 13,5 Prozent das Angebot wahr.
Stefanie Riegler
14.12.2020, 21:19

Österreichweit haben über zwei Millionen Menschen an den Tests teilgenommen, Spitzenreiter war dabei Niederösterreich mit einer Beteiligung von 38 Prozent, gefolgt von Tirol (33 Prozent) und Vorarlberg (31 Prozent). Insgesamt waren rund 4.000 Tests positiv.

In Wien war die Beteiligung mit nur 13,5 Prozent äußerst niedrig. In zehn Tagen nutzten 234.889 Personen das Angebot. Getestet wurde an drei Standorten: In der Stadthalle, in der Messe Wien und in der Marx Halle.

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Kapazitäten auf 1,2 Millionen Menschen ausgelegt

Die Kapazitäten an den drei Standorten in Wien waren auf eine Teilnehmerquote von bis zu 60 Prozent oder 1,2 Millionen Menschen ausgelegt. Im Schnitt waren 23.000 Personen pro Tag testen. Insgesamt konnten in Wien 592 Infizierte herausgefiltert werden.

Meiste Tests in der Messe

Von den drei Standorten wurde laut einem Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker die Messe am stärksten frequentiert. Knapp 117.000 Menschen machten dort den Corona-Check, hier war eine Testung auch ohne Anmeldung möglich. In der Stadthalle wurden gut 80.000 Personen überprüft, in der Marxhalle etwas weniger als 38.000.

Man hätte sicher auch das Drei- oder Vierfache an Menschen betreuen können, erklärt Militärkommandant Kurt Wagner. Warum der große Ansturm ausblieb, lag eventuell auch nach dem Zeitpunkt der Durchführung nach dem dreiwöchigen Lockdown. Da ohnehin die meisten Leute zu Hause waren und im Home Office arbeiteten, war der Anreiz, sich unter Leute zu mischen, niedriger.

"Es ist noch weniger, als ich vermutet hätte", gibt Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegenüber der "Kronen Zeitung" zu. Er erinnert aber daran, dass Testungen nicht nur in der Stadthalle, in der Marxhalle und in der Messehalle stattgefunden haben und auch viele Menschen berufsbedingt immer wieder getestet werden.

"Auch in vielen Betrieben wird getestet"

"Wir haben ja eine hohe Schlagzahl an gesundheitsbehördlichen Tests. Von 4. bis 11. Dezember haben wir alleine 60.300 Tests durchgeführt, ohne die Massentests. Auch in vielen großen Betrieben wird getestet, da kommen jeden Tag noch einmal Zehntausende Menschen dazu."

60 Prozent Beteiligung war das Ziel der Regierung, hier wird man wohl nachschärfen müssen. Ein großer Kritikpunkt war die Online-Anmeldung, so wurde bereits eine Zielgruppe, die weniger technikaffin ist, ausgeschlossen. Ein anderer großer Teil hat kein Interesse daran, sich testen zu lassen.

Zweiter Durchgang nach den Feiertagen

"Es sind leider zu wenige in Wien gewesen, ich hoffe, bei den nächsten Tests werden es mehr sein", sagte die Präsidentin des Samariterbundes Wien, Susanne Drapalik. Die Vorbereitungen für den zweiten Durchgang im Jänner laufen bereits.

Diese sollen nach den Feiertagen am 8. Jänner beginnen. Ein Großteil der derzeitigen Infrastruktur bleibt dafür bestehen.