Warum es bisher noch keinen einzigen Grippe-Fall gibt

Heuer wird es laut Medizinern keine starke Grippewelle geben.
Heuer wird es laut Medizinern keine starke Grippewelle geben.(Bild: iStock)
Während die Corona-Neuinfektionen täglich steigen, ist die Grippewelle in den Hintergrund gerückt. Bisher gab es in Österreich noch keinen Fall.

Während die Corona-Neuinfektionen jeden Tag ansteigen, treten andere Viren in der heurigen Wintersaison seltener auf. Laut MedUni Wien wurde bisher in Österreich noch kein einziger Grippefall verzeichnet. Dabei wäre derzeit gerade der Beginn der Hochsaison des Erregers.

"Grippeviren zirkulieren derzeit nur sporadisch"

Die geltenden Corona-Maßnahmen bremsen die Grippewelle derzeit aus. Auch in anderen Ländern in Europa zeigt sich ein ähnliches Bild. "Grippeviren zirkulieren derzeit nur sporadisch", erklärte die Virologin Monika Redlberger-Fritz unlängst im "Kurier". Für die Medizinerin kommt die Entwicklung nicht überraschend: "Im Vorjahr hatten wir eine sehr frühe Saison. Aber es gab auch Jahre mit einem sehr späten Start im Jänner."

Doch auch die Handhygiene, die Maskenpflicht und die Einschränkung der sozialen Kontakte wirken sich auf die Ausbreitung anderer Krankheiten aus. "Um diese Jahreszeit sehen wir normalerweise auch eine Vielzahl anderer Viren, die respiratorisch übertragen werden. Diese haben abgenommen", betont Redlberger-Fritz. Auch Rhinoviren sind davon betroffen, die im Winter gerade von Kindern stark übertragen werden. "Hier haben sich die Schulschließungen vermutlich ausgewirkt."

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Auch der Grippemeldedienst der Stadt Wien hat bisher kaum Fälle gemeldet. "Bei den derzeitigen Zahlen handelt es sich um grippale Infekte, da ja noch keine Grippeviren zirkulieren", betont Redlberger-Fritz.

834 Influenza-Tote im vergangenen Winter

Die saisonale Grippewelle wird üblicherweise bei einer Zahl von 10.000 Neuinfektionen pro Woche ausgerufen und startet meist im Jänner oder Februar. Im vorigen Winter wurden in Österreich rund 330.000 Influenza-Fälle, verzeichnet. Laut AGES sind 834 Menschen gestorben. 

Der Virologe Klaus Vander schließt eine starke Grippewelle heuer ebenso aus. "Anhand der internationalen Entwicklung der Influenza-Fallzahlen in den letzten Monaten weltweit kann ganz klar festgehalten werden, dass heuer nur mit einer sehr schwachen Influenzawelle - im Vergleich zu den letzten Jahren - zu rechnen ist", meinte der Mediziner im ORF.

Weiters kam es heuer aufgrund der Corona-Pandemie zu einem Ansturm auf die Grippeimpfungen. In einigen Bundesländern kam es daher zu Versorgungsproblemen mit dem Impfstoff.

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