Gesundheit

Warum man nach einer Impfung immun ist

Bei einer Impfung passiert im Körper ungefähr das gleiche wie bei einer Infektion mit dem Coronavirus. 
Gudrun Angerer
17.12.2020, 08:28

Der Mensch kann auf zwei Arten (zumindest für einen gewissen Zeitraum) immun gegen das Coronavirus werden: durch eine überstandene Infektion oder eine Impfung. 

In beiden Fällen passiert im Körper der gleiche Prozess. Er aktiviert - alarmiert durch eine bestehende oder "vorgetäuschte" Infektion - seine Immunantwort und beginnt Antikörper beziehungsweise Abwehrstoffe zu bilden. Diese verhindern, dass das Virus in die menschlichen Zellen eindringt. Eine Impfung simuliert somit eine Infektion. 

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„Wir haben in einer Studie gefunden, dass etwa nur 40 bis 50 Prozent der Personen stark neutralisierende Antikörper machen“, berichtet etwa der Immunologe Rudolf Valenta, Leiter der Abteilung für Immunpathologie an der MedUni Wien gegenüber dem ORF. Ob jeder Mensch Antikörper bildet, ist unklar. Wie sich jedoch bei österreichweiten Untersuchungen herausgestellt hat, waren bei nahezu allen Genesenen Antikörper gegen das Coronavirus vorzufinden. 

Ausbildung von Gedächtniszellen 

Die Antikörper sind nicht unsere einzige Schutzinstanz. Daneben spielen die T-Zellen eine wichtige Rolle für die Immunität. Diese sind für die Programmierung und Erinnerungsfunktion des Immunsystems verantwortlich. "In dem einen Fall ist es so, dass der Patient völlig geschützt ist, wenn er viele Antikörper hat, denn da kann sich das Virus im Körper nicht einmal vermehren“, so der Immunologe. „Im anderen Fall ist der Körper vorbereitet, hat schon ein immunologisches Gedächtnis und kann dann rasch antworten.“

Alexander Scheffold, Direktor des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein erläutert den Prozess im Gespräch mit dem ORF, „Nachdem die Antwort vorbei ist, setzen sich die Zellen wieder zur Ruhe, aber sie haben sich gemerkt, was sie gelernt haben. Deshalb nennt man die dann Gedächtniszellen.“ Die anfängliche Hoffnung, dass eine bereits durchgemachte Infektion mit früheren Coronaviren vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus schützen könnte, hat sich nicht bewahrheitet. Die Gedächtniszellen erkennen zwar einzelne Teile der Coronaviren, doch dieses Wissen reicht nicht aus, um vor einer Infektion ausreichend reagieren zu können.