Mit militärischen Ehren ist Bundespräsident Heinz Fischer am Mittwochvormittag (Ortszeit) zu einem Staatsbesuch in Tadschikistans hauptstadt Duschanbe begrüßt worden.
Fischers tadschikischer Amtskollege Emomali Rachmon empfing ihn anschließend im Präsidentenpalast (Qasri Millat) in der Hauptstadt Duschanbe zu einem Arbeitsgespräch. Hier streckte Rachmon Fischer die Hand entgegen. Unser Präsident zögerte. Danach ließ Rachmon Heinzis Hand nicht mehr los.
Es ist übrigens das erste Mal, dass ein österreichisches Staatsoberhaupt die frühere Sowjetrepublik in Zentralasien besucht.
Fischer und Rachmon wollen auf jeden Fall die Beziehungen intensivieren. Aus österreichischer Sicht soll die Visite auch Türöffner sein, die bisher schwachen Wirtschaftsbeziehungen mit der autoritär geführten Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien, die vor allem im Bereich Wasserkraft erhebliches Potenzial hat, zu fördern.
Kooperationsvertrag
Fischer reist in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation. Am Mittwochnachmittag eröffnen die beiden Staatsoberhäupter ein bilaterales Wirtschaftsforum, auf dem Unternehmensvertreter Kontakte knüpfen können. Im Rahmen des Besuches wurden u.a. ein Abkommen zur Verhinderung von doppelter Besteuerung von Unternehmen auf Standard der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gebracht sowie ein Kooperationsvertrag zwischen der tadschikischen und der österreichischen Wirtschaftskammer unterzeichnet.
Im Bereich Wasserkraft, in dem auch österreichische Firmen einiges Know-how anzubieten haben, sucht das an Flüssen reiche Hochgebirgs-Land Tadschikistan internationale Geldgeber für die Modernisierung von Kraftwerken und die Realisierung neuer Projekte, um so maßgeblicher Stromexporteur in der Region zu werden.
Tadschikistan ist die ärmste der Ex-Sowjetrepubliken; die Wirtschaft, die zu etwa 50 Prozent in den Händen des Staates ist, hängt vor allem am Export von Aluminium und Baumwolle. Bis zu 1,5 der 7,7 Millionen Tadschiken leben als Gastarbeiter in Russland und Kasachstan und überweisen Geld nach Hause, damit ihre Angehörigen sich etwas kaufen können.