Diese 4 Dinge stören die OECD an Österreich

Zu hohe Steuern, zu wenig Umweltschutz, zu niedriges Pensionsalter, überqualifizierte Migranten: Die OECD geht mit Österreich hart ins Gericht.

Die gute Nachricht zuerst: Österreich zeichne sich durch einen hohen Lebensstandard und hohe Lebenszufriedenheit der Bevölkerung aus. "Der Wirtschaft geht es gut und die öffentlichen Finanzen sind gut organisiert", so Alvaro Pereira, Länderdirektor bei der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Allerdings, glaubt die OECD, wird dieser hohe Lebensstandard nur zu halten sein, wenn das Land eine Reihe von Reformen angeht. Folgende Kritikpunkte brachte Pereira bei einer Pressekonferenz in Wien an:

Die arbeitende Bevölkerung in Österreich zahle zu hohe Steuern und Abgaben, findet die OECD. Auch die geringe wirtschaftliche Dynamik, also die geringe Zahl von Unternehmensgründungen, macht der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Sorgen.

Der nächsten Regierung empfiehlt Pereira daher, die Steuern auf Arbeit zu senken. Insbesondere die Menschen mit niedrigen Einkommen müssten entlastet werden. Im Gegenzug wird eine Erhöhung der Vermögenssteuern vorgeschlagen, zudem sollen die Ausnahmen bei der Mehrwertsteuer reduziert werden.

"Grün zu sein ist gut fürs Geschäft", ließ Pereira Österreich wissen. Insbesondere bei den umweltbezogenen Innovationen gebe es Aufholbedarf. Im Länderbericht wird auch eine Erhöhung der "im internationalen Vergleich niedrigen Preise für CO2" empfohlen.

Eine weitere Baustelle sieht die OECD im Thema Migration: Viele Zuwanderer in Österreich seien für ihre Jobs überqualifiziert.Die Organisation macht dafür unter anderem die strengen Regeln für die Anerkennung von ausländischen Berufs- und Studienabschlüssen verantwortlich. Pereira rät zu einer Lockerung, zudem solle mehr in Sprachförderung investiert werden.

Wenn es nach der OECD geht, werden die Österreicher und Österreicherinnen zu früh pensioniert.Zwar ist das Pensionsalter in den vergangenen zehn Jahren um fünf Jahre gestiegen ist – von 58 auf 63 Jahre bei Männern und von 57 auf 61 bei Frauen. Im internationalen Vergleich ist es aber immer noch niedrig – im OECD-Schnitt gehen Männer mit über 65 und Frauen mit über 63 Jahren in Rente.

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